Dein Produkt ist marktreif, dein Onlineshop geht live und die erste Bestellung geht ein: Bei der Gründung eines E-Commerce-Unternehmens gibt es einiges zu feiern. Doch neben dem Verkauf deiner Produkte musst du auch deine Finanzen im Blick behalten. Dafür brauchst du eine zuverlässige Buchhaltung.
Die E-Commerce-Buchhaltung hilft dir, sämtliche Einnahmen und Ausgaben zu erfassen und den Überblick über Verkäufe, Zahlungsgebühren, Warenbestände, Retouren und Steuern zu behalten. Wie wichtig das ist, zeigt die englischsprachige Studie State of E-commerce Accounting 2026 von Webgility: Bei 54 % der untersuchten Onlineunternehmen stimmten Buchhaltungs- und Bestandsdaten nicht überein. Solche Abweichungen können sich auf deine Gewinnberechnung, die Bewertung deiner Warenbestände und deine Steuererklärung auswirken.
In diesem Leitfaden erfährst du, was zur E-Commerce-Buchhaltung gehört, welche Besonderheiten du in Deutschland beachten musst und mit welcher Buchhaltungssoftware du deine Aufgaben einfacher erledigen kannst.
Hinweis zur Studie: Die Ergebnisse basieren auf mehr als 500 Gesprächen mit E-Commerce-Unternehmen, die Webgility zwischen 2023 und 2026 ausgewertet hat. Die Studie ist keine repräsentative Erhebung des deutschen Onlinehandels.
Was ist E-Commerce-Buchhaltung?
Bei der E-Commerce-Buchhaltung erfasst du alle Einnahmen, Ausgaben und anderen finanziellen Vorgänge deines Onlineunternehmens. Dazu gehören etwa Verkäufe, Zahlungsgebühren, Retouren und Steuern. So behältst du den Überblick über deine Finanzen und weißt, wie dein Unternehmen wirtschaftlich dasteht.
Die Besonderheit im Onlinehandel: Jeder Verkauf kann Daten in mehreren Systemen erzeugen, etwa in deinem Onlineshop, bei Zahlungsanbieter:innen, auf deinem Bankkonto und in deiner Buchhaltungssoftware. Diese Informationen musst du regelmäßig abgleichen. So stellst du sicher, dass deine Buchhaltung vollständig und korrekt ist und du dich bei Steuererklärungen und geschäftlichen Entscheidungen auf deine Zahlen verlassen kannst.
Was musst du bei der E-Commerce-Buchhaltung beachten?
Gerade am Anfang können die vielen Fachbegriffe rund um die Buchhaltung verwirrend sein. Damit du dich besser zurechtfindest, lernst du hier die wichtigsten Begriffe kennen und erfährst, welche Rolle sie im Onlinehandel spielen.
- Bestellung: Wenn Kund:innen in deinem Onlineshop einkaufen, geben sie eine Bestellung auf. Darin stehen unter anderem die bestellten Produkte, die Menge, der Preis sowie die Liefer- und Zahlungsinformationen. Diese Angaben bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Bestellabwicklung und Buchhaltung. Eine Bestellung ist allerdings nicht automatisch gleichbedeutend mit einem abgeschlossenen Kaufvertrag.
- Auftragsbestätigung: Mit einer Auftragsbestätigung bestätigst du, dass du eine Bestellung annimmst. Sie enthält in der Regel die wichtigsten Angaben zum Kauf, etwa die bestellten Artikel, den Preis und die Lieferbedingungen. Anders als eine reine Bestelleingangsbestätigung kann sie auch den Abschluss des Kaufvertrags bestätigen.
- Verbindlichkeiten und Forderungen: Verbindlichkeiten sind Beträge, die dein Unternehmen noch bezahlen muss, wie offene Rechnungen von Lieferant:innen. Forderungen entstehen dagegen, wenn Kund:innen dir noch Geld schulden. Beide zeigen dir, welche Zahlungen noch ausstehen.
- Anschaffungs- und Herstellungskosten: Kaufst du Produkte für deinen Onlineshop ein, entstehen Anschaffungskosten. Dazu gehören neben dem Einkaufspreis beispielsweise auch direkt zurechenbare Transportkosten. Stellst du deine Produkte selbst her, spricht man von Herstellungskosten. Dazu zählen unter anderem Material- und Fertigungskosten. Ausgaben für Marketing oder Vertrieb gehören nicht zu den Herstellungskosten.
- E-Commerce-Umsatzsteuer: Verkaufst du Produkte über deinen Onlineshop, musst du prüfen, welche Umsatzsteuerregeln für deine Verkäufe gelten. In Deutschland beträgt der reguläre Umsatzsteuersatz 19 %, für bestimmte Waren gilt der ermäßigte Satz von 7 %. Nutzt du die Kleinunternehmerregelung, gelten besondere Vorschriften.
Was umfasst die E-Commerce-Buchhaltung?
Die E-Commerce-Buchhaltung umfasst alle Aufgaben, mit denen du die Finanzen deines Onlineshops verwaltest. Dazu gehören:
- Grundlegende Buchhaltungsaufgaben wie das Erfassen von Einnahmen und Ausgaben, die Rechnungsstellung und gegebenenfalls die Lohnabrechnung.
- Weiterführende Aufgaben wie das Erstellen von Finanzberichten, die Steuerplanung und die Auswertung deiner Geschäftszahlen.
Die drei wichtigsten Bereiche sind Steuerverwaltung, Buchhaltung und Wachstumsplanung. Im Onlinehandel kommt eine besondere Herausforderung hinzu: Ein einzelner Verkauf kann Daten in deinem Shop, bei Zahlungsanbieter:innen, auf einem Marktplatz und auf deinem Bankkonto erzeugen. Damit deine Buchhaltung stimmt, musst du diese Informationen regelmäßig abgleichen.
Steuerverwaltung
Auch im E-Commerce musst du deine steuerlichen Pflichten erfüllen. Welche Steuern anfallen und welche Erklärungen du abgeben musst, hängt unter anderem von deiner Unternehmensform, deinem Umsatz und deinen Verkaufsgebieten ab.
In Deutschland gehört dazu vor allem die Umsatzsteuer. Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, musst du deine Verkäufe korrekt versteuern und gegebenenfalls monatlich oder vierteljährlich Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Hinzu kommen die jährliche Umsatzsteuererklärung sowie weitere Steuererklärungen, etwa zur Einkommen- oder Körperschaftsteuer.
Verkaufst du deine Produkte auch ins Ausland, können zusätzliche Pflichten entstehen. Bei Verkäufen an Privatkund:innen in anderen EU-Ländern gelten unter bestimmten Voraussetzungen die Umsatzsteuerregeln des Ziellandes. Über das One-Stop-Shop-Verfahren (OSS) kannst du die Umsatzsteuer für bestimmte grenzüberschreitende Verkäufe zentral melden und abführen. Verkaufst du außerhalb der EU oder lagerst Waren im Ausland, können weitere steuerliche Anforderungen hinzukommen.
Da sich Steuervorschriften regelmäßig ändern und internationale Verkäufe schnell kompliziert werden können, lohnt es sich, frühzeitig eine Steuerberatung einzubeziehen.
Hinweis: Die steuerlichen Informationen in diesem Beitrag dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Steuerberatung.
Buchhaltung
Eine sorgfältige Buchhaltung hilft dir, deine Einnahmen, Ausgaben und Warenbestände im Blick zu behalten. Dafür musst du alle Geschäftsvorgänge vollständig und nachvollziehbar erfassen.
Besonders wichtig ist das bei Retouren. Wenn Kund:innen Produkte zurückschicken, musst du nicht nur die Erstattung berücksichtigen, sondern gegebenenfalls auch deine Warenbestände und Umsatzsteueraufzeichnungen anpassen. Sonst stimmen deine Verkaufszahlen und Finanzberichte möglicherweise nicht mehr.
Damit deine Buchhaltung zuverlässig funktioniert, solltest du folgende Aufgaben regelmäßig erledigen:
- Kontenplan einrichten: Lege passende Buchhaltungskonten für Verkäufe, Retouren, Warenbestände, Zahlungsgebühren und Umsatzsteuer an. Welche Konten du benötigst, hängt unter anderem davon ab, ob du eine Einnahmenüberschussrechnung erstellst oder bilanzierst.
- Verkäufe erfassen: Dokumentiere deine Umsätze und erfasse Zahlungsgebühren, Erstattungen und Umsatzsteuer getrennt. Achte darauf, dass du die Einnahmen nach den für deine Buchhaltung geltenden Regeln verbuchst.
- Bestände aktualisieren: Halte fest, welche Waren du einkaufst, verkaufst oder zurückerhältst. Mit einem Bestandsmanagement-System kannst du diese Vorgänge leichter nachverfolgen.
- Auszahlungen abgleichen: Vergleiche deine Bestellungen, Erstattungen und Gebühren mit den Abrechnungen deiner Zahlungsanbieter:innen. Prüfe anschließend, ob die ausgezahlten Beträge mit den Geldeingängen auf deinem Bankkonto übereinstimmen.
- Buchhaltung überprüfen: Gleiche deine Konten regelmäßig ab und kontrolliere, ob alle Geschäftsvorgänge korrekt erfasst wurden. Prüfe anschließend deine betriebswirtschaftlichen Auswertungen oder Finanzberichte.
Wichtig: Achte außerdem darauf, dass deine Aufzeichnungen den geltenden gesetzlichen Anforderungen entsprechen. In Deutschland geben unter anderem die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) vor, wie du steuerlich relevante Daten dokumentieren und aufbewahren musst.
Wachstumsplanung
Deine Buchhaltung hilft dir nicht nur dabei, gesetzliche Pflichten zu erfüllen. Sie liefert dir auch wichtige Informationen, um dein Unternehmen gezielt weiterzuentwickeln. So kannst du beispielsweise herausfinden:
- welche Produkte, Dienstleistungen oder Vertriebskanäle besonders profitabel sind
- wie sich dein Gewinn im Laufe der Zeit entwickelt
- wo deine größten Ausgaben und Verbindlichkeiten liegen
- wie viel Geld du in das Wachstum deines Unternehmens investieren kannst
- wo du Kosten senken und deine Gewinnmargen verbessern kannst
Mit diesen Zahlen kannst du auch den Erfolg einzelner Maßnahmen bewerten, zum Beispiel einer neuen Marketingkampagne, und deine nächsten Schritte besser planen.
Zusätzlich geben dir Finanzberichte einen Überblick über die wirtschaftliche Lage deines Unternehmens. Je nach Buchhaltungsmethode gehören dazu etwa eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR), eine Gewinn- und Verlustrechnung oder eine Bilanz. Eine Cashflow-Rechnung zeigt dir außerdem, wie sich deine Ein- und Auszahlungen entwickeln. So erkennst du frühzeitig, ob du genügend Geld für laufende Kosten und geplante Investitionen zur Verfügung hast.
In diesem (englischsprachigen) Video erfährst du, wie du einen stabilen Cashflow aufbaust:
Kennzahlen in der E-Commerce-Buchhaltung
Wie erfolgreich ist dein Onlineshop und wie steht es um deine Finanzen? Um diese Fragen zu beantworten, solltest du regelmäßig deine wichtigsten Kennzahlen und Finanzberichte prüfen. Während Kennzahlen wie Cashflow, Bruttogewinn und Bruttomarge zeigen, wie viel Geld dir zur Verfügung steht und wie profitabel deine Verkäufe sind, geben dir Finanzberichte einen umfassenderen Überblick über die wirtschaftliche Lage deines Unternehmens.
- Cashflow: Der Cashflow zeigt dir, wie viel Geld in dein Unternehmen hinein- und wieder herausfließt. Wenn du deine Ein- und Auszahlungen im Blick behältst, kannst du besser planen und sicherstellen, dass du laufende Rechnungen und andere finanzielle Verpflichtungen rechtzeitig bezahlen kannst.
- Cashflow-Rechnung: Eine Cashflow-Rechnung zeigt, woher dein Geld in einem bestimmten Zeitraum stammt und wofür du es ausgegeben hast. So erkennst du beispielsweise, wie viel Geld du für Wareneinkäufe, Gehälter oder Steuerzahlungen benötigst und ob du genügend liquide Mittel zur Verfügung hast.
- Bruttogewinn: Der Bruttogewinn zeigt dir, wie viel von deinem Umsatz übrig bleibt, nachdem du die direkten Kosten der verkauften Waren abgezogen hast. Im Onlinehandel sind das zum Beispiel die Einkaufskosten deiner Waren oder die Herstellungskosten selbst produzierter Artikel.
Bruttogewinn = Nettoumsatz − Wareneinsatz
- Bruttomargen: Die Bruttomarge setzt deinen Bruttogewinn ins Verhältnis zum Umsatz und zeigt dir, wie profitabel deine Verkäufe vor weiteren Betriebskosten sind. Du berechnest sie mit folgender Formel:
Bruttomarge = (Nettoumsatz − Wareneinsatz) / Nettoumsatz × 100
Ein Beispiel: Dein Onlineshop erzielt einen Nettoumsatz von 10.000 €. Die verkauften Waren haben dich 4.000 € gekostet. Damit beträgt dein Bruttogewinn 6.000 € und deine Bruttomarge 60 %. Davon musst du allerdings noch weitere Kosten wie Marketing, Zahlungsgebühren und gegebenenfalls Personalkosten decken.
- Bilanz: Eine Bilanz zeigt dir zu einem bestimmten Stichtag, welche Vermögenswerte dein Unternehmen besitzt und wie diese finanziert sind. Dazu gehören etwa Bankguthaben, Warenbestände und Forderungen sowie Verbindlichkeiten und Eigenkapital. In Deutschland müssen allerdings nicht alle Unternehmen eine Bilanz erstellen. Kleinere Unternehmen können ihren Gewinn unter bestimmten Voraussetzungen auch mit einer Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ermitteln.
- Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): Die GuV zeigt dir, welche Erträge und Aufwendungen in einem bestimmten Zeitraum angefallen sind. Dabei berücksichtigt sie neben den Kosten der verkauften Waren auch weitere Aufwendungen wie Marketing, Gehälter oder Miete. Übersteigen deine Erträge die Aufwendungen, erzielst du einen Gewinn. Sind die Aufwendungen höher, entsteht ein Verlust. Eine GuV gehört zum Jahresabschluss bilanzierungspflichtiger Unternehmen.
Buchhaltungsmethoden für E-Commerce
Bevor du dich für eine Buchhaltungssoftware entscheidest, solltest du wissen, wie du den Gewinn deines Onlineshops ermitteln musst. In Deutschland gibt es dafür zwei grundlegende Methoden: die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) und die Bilanzierung mit doppelter Buchführung.
Welche Methode für dein Unternehmen infrage kommt, hängt unter anderem von deiner Rechtsform, deinem Umsatz und deinem Gewinn ab. Kleinere Unternehmen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen eine EÜR erstellen. Kapitalgesellschaften wie eine GmbH oder UG sind dagegen grundsätzlich zur doppelten Buchführung verpflichtet.
Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)
Die Einnahmenüberschussrechnung ist eine vereinfachte Methode, mit der du deinen Gewinn ermittelst. Dabei zählt grundsätzlich, wann du Geld einnimmst oder ausgibst. Stellst du zum Beispiel eine Rechnung aus, erfasst du den Betrag in der Regel erst dann als Betriebseinnahme, wenn du die Zahlung erhältst. Das nennt sich Zufluss-Abfluss-Prinzip.
Auch beim Wareneinkauf zählt normalerweise der Zahlungszeitpunkt. Kaufst du Produkte für deinen Onlineshop ein, kannst du die Kosten gewöhnlich bereits bei der Bezahlung als Betriebsausgabe erfassen, selbst wenn du die Waren erst später verkaufst.
Bist du umsatzsteuerpflichtig und zum Vorsteuerabzug berechtigt, musst du außerdem die vereinnahmte Umsatzsteuer und die gezahlte Vorsteuer gesondert erfassen. Beide fließen in die EÜR ein. Auch Zahlungen an das Finanzamt und Umsatzsteuererstattungen können sich auf dein Ergebnis auswirken.
So könnte eine vereinfachte EÜR für einen kleinen Onlineshop aussehen:
| Datum | Geschäftsvorgang | Einnahmen | Ausgaben | Zwischenergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1. Jan. | Du zahlst 10.000 € als Privateinlage auf dein Geschäftskonto ein. | – | – | 0 € |
| 3. Jan. | Du kaufst Waren für 2.000 € zzgl. 380 € Vorsteuer und bezahlst sie sofort. | – | 2.380 € | −2.380 € |
| 5. Jan. | Du bezahlst 2.000 € Miete. | – | 2.000 € | −4.380 € |
| 10. Jan. | Du verkaufst Waren für 5.000 € zzgl. 950 € Umsatzsteuer auf Rechnung. | – | – | −4.380 € |
| 15. Jan. | Du bezahlst Büromaterial für 50 € zzgl. 9,50 € Vorsteuer. | – | 59,50 € | −4.439,50 € |
| 25. Jan. | Du erhältst die Zahlung über 5.950 € einschließlich Umsatzsteuer. | 5.950 € | – | 1.510,50 € |
| 30. Jan. | Du bezahlst 6.000 € Löhne. | – | 6.000 € | −4.489,50 € |
Die Tabelle zeigt den Unterschied zwischen einer Rechnung und einer tatsächlichen Zahlung: Obwohl du die Waren bereits am 10. Januar verkauft hast, erfasst du die Einnahme erst am 25. Januar. Die Privateinlage von 10.000 € zählt dagegen nicht als Betriebseinnahme und erhöht deinen Gewinn nicht.
Auch die Umsatzsteuer spielt eine Rolle: Die 950 € Umsatzsteuer aus dem Verkauf zählen bei der EÜR zunächst zu deinen Betriebseinnahmen. Die gezahlte Vorsteuer von insgesamt 389,50 € gehört zu den Betriebsausgaben. Sobald du Umsatzsteuer an das Finanzamt abführst, erfasst du diese Zahlung ebenfalls als Betriebsausgabe.
Für die EÜR gelten allerdings Ausnahmen vom Zufluss-Abfluss-Prinzip, etwa bei bestimmten Anschaffungen oder regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen rund um den Jahreswechsel.
Bilanzierung mit doppelter Buchführung
Bei der doppelten Buchführung erfasst du Geschäftsvorgänge unabhängig davon, wann das Geld tatsächlich fließt. Entscheidend ist, wann Erträge und Aufwendungen wirtschaftlich entstehen. So kannst du beispielsweise einen Verkauf bereits als Umsatzerlös erfassen, obwohl deine Kund:innen die Rechnung noch nicht bezahlt haben.
Auch beim Wareneinkauf gibt es einen wichtigen Unterschied zur EÜR: Kaufst du Produkte für deinen Onlineshop, zählen sie zunächst zu deinem Warenbestand. Erst wenn du die Waren verkaufst, werden ihre Anschaffungskosten als Aufwand berücksichtigt. So kannst du den Umsatz und die Kosten der verkauften Produkte direkt gegenüberstellen.
Die Umsatzsteuer behandelst du bei der Bilanzierung ebenfalls anders. Vereinnahmte Umsatzsteuer zählt nicht zu deinen Umsatzerlösen, und abziehbare Vorsteuer gehört nicht zu deinen Aufwendungen. Stattdessen erfasst du beide getrennt als Verbindlichkeiten beziehungsweise Forderungen gegenüber dem Finanzamt.
Diese Methode ist aufwendiger als die EÜR. Dafür zeigt sie genauer, welche Vermögenswerte, Forderungen und Verbindlichkeiten dein Unternehmen hat. Besonders für Onlineshops mit größeren Warenbeständen ist das wichtig, da du auch den Wert deiner noch nicht verkauften Produkte berücksichtigen musst.
So wirkt sich derselbe Geschäftsverlauf auf eine vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung aus:
| Datum | Geschäftsvorgang | Erträge | Aufwendungen | Zwischenergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1. Jan. | Du zahlst 10.000 € als Privateinlage auf dein Geschäftskonto ein. | – | – | 0 € |
| 3. Jan. | Du kaufst Waren für 2.000 € zzgl. 380 € Vorsteuer. | – | – | 0 € |
| 5. Jan. | Du bezahlst 2.000 € Miete. | – | 2.000 € | −2.000 € |
| 10. Jan. | Du verkaufst die eingekauften Waren für 5.000 € zzgl. 950 € Umsatzsteuer auf Rechnung. | 5.000 € | 2.000 € | 1.000 € |
| 15. Jan. | Du bezahlst Büromaterial für 50 € zzgl. 9,50 € Vorsteuer. | – | 50 € | 950 € |
| 25. Jan. | Du erhältst die Zahlung über 5.950 € einschließlich Umsatzsteuer. | – | – | 950 € |
| 30. Jan. | Du bezahlst 6.000 € Löhne. | – | 6.000 € | −5.050 € |
Hier erfasst du den Umsatz bereits am 10. Januar. Gleichzeitig entsteht eine Forderung gegenüber deinen Kund:innen. Die Kosten der verkauften Waren mindern deinen Gewinn ebenfalls an diesem Tag.
Wenn die Zahlung am 25. Januar eingeht, wird die Forderung ausgeglichen. Dein Gewinn verändert sich dadurch nicht noch einmal. Auch die Umsatzsteuer beeinflusst dein Ergebnis nicht, da du sie getrennt von deinen Erträgen und Aufwendungen erfasst.
Das Beispiel zeigt eine wichtige Besonderheit: Ein Unternehmen kann bereits Umsätze und Gewinne ausweisen, obwohl das Geld noch nicht auf dem Konto eingegangen ist. Deshalb solltest du bei der doppelten Buchführung zusätzlich deine Liquidität im Blick behalten.
Welche Buchhaltungsmethode du nutzen darfst oder musst, ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Ein Wechsel kann außerdem besondere Anforderungen mit sich bringen. Kläre deshalb am besten mit deiner Steuerberatung, welche Methode für dein Unternehmen gilt.
Hinweis: Die beiden Tabellen zeigen vereinfacht, wie sich dieselben Geschäftsvorgänge bei der EÜR und der doppelten Buchführung auf den Gewinn auswirken. Wir gehen von einem umsatzsteuerpflichtigen Onlineshop mit 19 % Umsatzsteuer aus. Die Miete fällt ohne Umsatzsteuer an. Alle angegebenen Zahlungen erfolgen im Januar, eine Umsatzsteuerzahlung an das Finanzamt ist noch nicht berücksichtigt. Deshalb unterscheiden sich die Zwischenergebnisse der beiden Methoden. Bei der EÜR kann sich das Ergebnis durch spätere Umsatzsteuerzahlungen an das Finanzamt noch verändern.
Beste Buchhaltungssoftware für E-Commerce
Mit der passenden Buchhaltungssoftware für kleine Unternehmen kannst du viele Aufgaben in deinem Onlineshop automatisieren und behältst deine Finanzen leichter im Blick. Hier lernst du drei Lösungen kennen, die sich besonders für kleine und mittlere E-Commerce-Unternehmen in Deutschland eignen.
Wichtig ist vor allem, dass sich die Software mit deinen Vertriebskanälen und Zahlungsdienstleister:innen verbinden lässt. So kannst du Verkäufe, Gebühren, Erstattungen und Auszahlungen automatisch erfassen und den entsprechenden Banktransaktionen zuordnen. Außerdem sollte die Software dich bei der Buchführung und deinen steuerlichen Pflichten unterstützen.
1. Lexware Office (ehemals lexoffice)
Lexware Office ist eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware für Selbstständige sowie kleine und mittlere Unternehmen. Sie unterstützt dich bei der Rechnungsstellung, Belegerfassung und Buchführung. Über eine Shopify-Integration kannst du Bestellungen und Zahlungsdaten automatisch übertragen und so den manuellen Aufwand bei deiner E-Commerce-Buchhaltung reduzieren.
Funktionen:
- Shopify-Integration: Verbinde deinen Onlineshop über eine passende App mit Lexware Office, um Bestellungen, Rechnungen und Zahlungsdaten automatisch zu übertragen.
- Automatische Rechnungsstellung: Erstelle Rechnungen und Gutschriften zu deinen Shopify-Bestellungen und versende sie direkt an deine Kund:innen.
- Zahlungsabgleich: Verknüpfe Bankkonten und Zahlungsdienstleister:innen, um Zahlungseingänge und Transaktionsgebühren zu erfassen und zuzuordnen.
- Steuerverwaltung: Bereite deine Umsatzsteuervoranmeldungen vor und erstelle je nach Tarif eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) oder Gewinn- und Verlustrechnung (GuV).
- Auswertungen und Zusammenarbeit: Behalte Einnahmen, Ausgaben und deine Geschäftsentwicklung im Blick und ermögliche deiner Steuerberatung den Zugriff auf relevante Buchhaltungsdaten.
2. sevdesk

Sevdesk ist eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware, die sich besonders für Selbstständige und kleine Unternehmen eignet. Sie hilft dir dabei, Rechnungen zu erstellen, Belege zu verwalten und deine Einnahmen und Ausgaben zu erfassen. Über eine Shopify-Anbindung lassen sich Bestellungen automatisch übertragen und die zugehörigen Rechnungen erstellen.
Funktionen:
- Shopify-Integration: Übertrage Bestellungen aus deinem Shopify-Shop automatisch per Integration an sevdesk und erstelle die entsprechenden Buchhaltungsbelege.
- Rechnungsstellung: Erstelle und versende Rechnungen und Gutschriften. Auch E-Rechnungen werden unterstützt.
- Belegerfassung: Erfasse und verwalte deine Eingangsrechnungen und andere Belege digital, um deine Ausgaben übersichtlich zu dokumentieren.
- Bankanbindung: Verbinde dein Geschäftskonto mit sevdesk und ordne Zahlungseingänge automatisch den passenden Rechnungen zu.
- Steuern und Auswertungen: Erstelle je nach Tarif deine EÜR, bereite Umsatzsteuervoranmeldungen vor und übergib Buchhaltungsdaten über die DATEV-Schnittstelle an deine Steuerberatung.
3. BuchhaltungsButler

BuchhaltungsButler ist eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware mit einem besonderen Schwerpunkt auf Automatisierung. Sie eignet sich für E-Commerce-Unternehmen, die viele Transaktionen verarbeiten und ihre Buchhaltung möglichst effizient organisieren möchten. Dank der direkten Shopify-Anbindung kannst du Zahlungsdaten automatisch importieren und Gebühren getrennt erfassen.
Funktionen:
- Direkte Shopify-Anbindung: Verbinde deinen Shopify-Shop mit BuchhaltungsButler und importiere Zahlungsdaten automatisch, ohne sie manuell übertragen zu müssen.
- Automatische Gebührenverbuchung: Erfasse Shopify-Gebühren mithilfe automatisierter Splitbuchungen getrennt von den zugehörigen Zahlungen.
- Belegmanagement: Sammle Belege aus verschiedenen Quellen, lasse sie automatisch auslesen und ordne sie den passenden Buchungsvorgängen zu.
- Bank- und Zahlungsabgleich: Verknüpfe deine Bankkonten und Zahlungsdienstleister:innen, um Transaktionen zentral zu verwalten und abzugleichen.
- Automatisierte Buchführung: Nutze Buchungsvorschläge und automatisierte Abläufe, um wiederkehrende Buchhaltungsaufgaben zu vereinfachen.
Wie wählst du die richtige Buchhaltungssoftware für E-Commerce aus?
Die Wahl der richtigen Buchhaltungssoftware für deinen Onlineshop hängt von verschiedenen Faktoren ab. Besonders wichtig ist, dass sich die Software zuverlässig mit deinen Vertriebskanälen, Zahlungsanbieter:innen, Bankkonten und gegebenenfalls deinem Warenwirtschaftssystem verbinden lässt.
Achte außerdem darauf, dass sie deine Bruttoumsätze vollständig erfasst und Gebühren, Erstattungen sowie Umsatzsteuer getrennt ausweist. Bei der Auswahl solltest du folgende Kriterien berücksichtigen:
- Integrationen: Prüfe, ob sich die Software mit deinen bestehenden Systemen verbinden lässt. So kannst du Daten automatisch übertragen, Lagerbestände aktuell halten und die korrekte Erfassung deiner Geschäftsvorgänge erleichtern.
- Preise und Kapazität: Vergleiche die Kosten der verschiedenen Tarife und achte auf mögliche Einschränkungen bei Transaktionen oder Nutzer:innen. Berücksichtige auch zusätzliche Kosten für Integrationen und Upgrades, wenn dein Bestellvolumen steigt.
- Skalierbarkeit: Mit deinem Unternehmen wachsen auch die Anforderungen an deine Buchhaltung. Wähle deshalb eine Software, deren Funktionsumfang du bei Bedarf erweitern kannst.
- Funktionen: Achte auf Funktionen, die dir im Alltag Zeit sparen. Dazu gehören etwa die Rechnungsstellung, Belegerfassung, Umsatzsteuerberechnung, Lohnbuchhaltung, Bestandsverwaltung und die Unterstützung verschiedener Währungen.
- Benutzerfreundlichkeit: Eine übersichtliche Benutzeroberfläche und eine intuitive Bedienung erleichtern dir und deinem Team die tägliche Arbeit. So musst du weniger Zeit für die Einarbeitung aufwenden.
- Kundensupport: Wenn Fragen oder Probleme auftreten, ist ein zuverlässiger Support besonders hilfreich. Prüfe deshalb, ob die Anbieter:innen beispielsweise einen Live-Chat, telefonischen Support oder eine umfangreiche Wissensdatenbank anbieten.
- Sicherheit: Deine Finanzdaten müssen gut geschützt sein. Achte deshalb auf Sicherheitsmaßnahmen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung, Datenverschlüsselung, individuelle Zugriffsrechte und regelmäßige Backups.
- GoBD-Konformität: Achte darauf, dass die Software die Anforderungen der GoBD unterstützt. Dazu gehört insbesondere, dass du Geschäftsvorgänge vollständig, nachvollziehbar und unveränderbar dokumentieren und steuerlich relevante Unterlagen ordnungsgemäß aufbewahren kannst.
- Gute Bewertungen: Lies dir die Erfahrungen anderer E-Commerce-Unternehmen durch, um mögliche Stärken und Schwächen der Software besser einzuschätzen. Bewertungen findest du zum Beispiel auf Plattformen wie G2 oder im Shopify App Store.
Welche Buchhaltungssoftware am besten zu dir passt, hängt letztlich von den Anforderungen deines Onlineshops ab. Nutze deshalb nach Möglichkeit eine kostenlose Testphase, bevor du dich entscheidest. Verbinde deinen Shop mit der Software, importiere einige aktuelle Transaktionen und gleiche mindestens eine Auszahlung mit deinem Bankkonto ab. So findest du heraus, ob die Lösung im Alltag zuverlässig funktioniert und deinen Anforderungen entspricht.
Lesetipp: Die Buchhaltung als Kleinunternehmer:in ist nicht immer einfach. Hier findest du Tipps und Wissenswertes für eine saubere Buchhaltung.
Best Practices für die E-Commerce-Buchhaltung
Auch wenn Buchhaltung nicht zu deinen Stärken gehört, kannst du mit einigen einfachen Gewohnheiten für Ordnung in deinen Finanzen sorgen. Egal, ob du gerade deinen ersten Onlineshop eröffnest oder bereits mehrere betreibst: Diese acht Best Practices helfen dir, deine E-Commerce-Buchhaltung zuverlässig und effizient zu organisieren.
- Auf Genauigkeit achten: Eine sorgfältige Buchführung ist die Grundlage für einen guten Überblick über deine Finanzen. Erfasse deshalb alle Geschäftsvorgänge vollständig und korrekt. Dazu gehören Verkäufe, Wareneinkäufe, Zahlungseingänge, Gebühren, Erstattungen und andere Ausgaben. So kannst du die finanzielle Situation deines Unternehmens besser einschätzen.
- Automatisierungen nutzen: Viele Buchhaltungsaufgaben lassen sich heute automatisieren. Nutze entsprechende Tools, um zum Beispiel Verkäufe zu erfassen, Umsatzsteuer zu berechnen oder Rechnungen zu versenden. Das spart Zeit und verringert das Risiko manueller Fehler.
- Passende Buchhaltungssoftware verwenden: Wähle eine Buchhaltungssoftware, die sich mit deiner E-Commerce-Plattform verbinden lässt. So kannst du Verkäufe, Bestände und Ausgaben einfacher verwalten und deine Buchhaltungsdaten automatisch abgleichen.
- Konten regelmäßig abgleichen: Vergleiche deine Buchhaltungsdaten regelmäßig mit deinen Banktransaktionen, um Fehler oder fehlende Buchungen frühzeitig zu erkennen. Gleiche dafür zunächst Bestellungen, Erstattungen und Gebühren mit den Auszahlungsberichten deiner Zahlungsanbieter:innen ab. Anschließend ordnest du die Auszahlungen den entsprechenden Bankeingängen zu.
- Lagerbestände im Blick behalten: Eine zuverlässige Bestandsverwaltung hilft dir, jederzeit nachzuvollziehen, welche Produkte verfügbar sind und welche sich gut oder weniger gut verkaufen. Dafür kannst du die Bestandsfunktionen deiner Buchhaltungssoftware oder ein separates Warenwirtschaftssystem nutzen. Achte darauf, auch Retouren und beschädigte Waren korrekt zu erfassen.
- Cashflow überwachen: Behalte im Blick, wie viel Geld in dein Unternehmen fließt und wie viel du ausgibst. Ein positiver Cashflow bedeutet, dass deine Einzahlungen in einem bestimmten Zeitraum höher sind als deine Auszahlungen. Übersteigen die Auszahlungen dagegen deine Einzahlungen, solltest du die Ursachen prüfen und bei Bedarf gegensteuern.
- Umsatzsteuer verstehen und getrennt erfassen: Besonders bei Verkäufen ins Ausland können die Umsatzsteuerregeln komplex sein. Informiere dich deshalb über deine steuerlichen Pflichten und achte darauf, die Umsatzsteuer korrekt zu berechnen, zu erfassen und abzuführen. Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, solltest du die vereinnahmte Umsatzsteuer getrennt von deinen eigenen Einnahmen betrachten und möglichst entsprechende Rücklagen bilden.
- Belege und Nachweise aufbewahren: Bewahre Rechnungen, Quittungen, Auszahlungsberichte, Steuerunterlagen und andere relevante Belege entsprechend den gesetzlichen Aufbewahrungsfristen auf. Achte dabei auch auf die Anforderungen der GoBD, insbesondere bei der digitalen Archivierung.
Buchhaltung selbst machen oder professionelle Unterstützung holen?
Ob du deine E-Commerce-Buchhaltung selbst übernimmst oder dir professionelle Unterstützung holst, hängt vor allem von der Größe und Komplexität deines Unternehmens ab. Diese drei Möglichkeiten stehen dir zur Verfügung:
- Buchhaltung selbst übernehmen: Wenn du nur wenige Vertriebskanäle nutzt, dein Transaktionsvolumen überschaubar ist und du keine komplexen steuerlichen Pflichten erfüllen musst, kannst du deine Buchhaltung selbst erledigen. Voraussetzung ist, dass du genügend Zeit hast, deine Geschäftsvorgänge zu erfassen und deine Konten regelmäßig abzugleichen.
- Buchhaltungsfachkraft beauftragen: Wenn du mit der laufenden Buchhaltung nicht mehr hinterherkommst, Auszahlungen nicht mit deinen Berichten übereinstimmen oder deine Bestandsdaten von den Buchhaltungsdaten abweichen, kann dich eine Buchhaltungsfachkraft bei den laufenden Aufgaben unterstützen.
- Steuerberatung hinzuziehen: Professionelle steuerliche Beratung ist besonders sinnvoll, wenn du international verkaufst, komplexe Umsatzsteuerpflichten hast, von der EÜR zur Bilanzierung wechseln möchtest oder Finanzberichte für Banken und Investor:innen benötigst.
Du kannst die Aufgaben auch aufteilen: Zum Beispiel erledigst du die laufende Buchhaltung selbst und holst dir für den Monatsabschluss und die Steuererklärung professionelle Unterstützung.
Fazit: So gelingt die Buchhaltung im E-Commerce
Im E-Commerce konzentrierst du dich wahrscheinlich vor allem darauf, neue Kund:innen zu gewinnen, deine Produkte zu verkaufen und deinen Onlineshop weiterzuentwickeln. Dabei gerät die Buchhaltung schnell in den Hintergrund. Doch gerade wenn dein Unternehmen wächst, ist es wichtig, dass du deine Finanzen im Blick behältst.
Eine sorgfältige E-Commerce-Buchhaltung hilft dir, deine Einnahmen und Ausgaben zu überwachen, fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen und deine steuerlichen Pflichten zu erfüllen. Mit klaren Abläufen und der passenden Buchhaltungssoftware schaffst du dafür von Anfang an eine zuverlässige Grundlage.
Häufig gestellte Fragen zur E-Commerce-Buchhaltung
Wie machst du die Buchhaltung für ein E-Commerce-Unternehmen?
Richte zunächst einen Kontenplan ein, in dem du Verkäufe, Gebühren, Erstattungen, Warenbestände, Wareneinsatz und Steuern getrennt erfassen kannst. Verbinde anschließend deine Vertriebskanäle, Zahlungsanbieter:innen und Bankkonten mit deiner Buchhaltungssoftware. Gleiche Auszahlungen regelmäßig mit den entsprechenden Bankeingängen ab und aktualisiere deine Lagerbestände nach Verkäufen und Retouren. Prüfe außerdem regelmäßig deine Buchhaltungsdaten und die für dein Unternehmen relevanten Finanzberichte.
Was sind häufige Probleme in der Buchhaltung im E-Commerce?
Zu den größten Herausforderungen gehört die korrekte Erfassung der Umsatzsteuer, insbesondere wenn du an Kund:innen in verschiedenen Ländern verkaufst. Auch die Bestandsverwaltung kann aufwendig sein, wenn du Waren an mehreren Standorten oder in verschiedenen Logistikzentren lagerst. Weitere Schwierigkeiten entstehen durch unterschiedliche Berichte deiner Vertriebskanäle, Plattform- und Zahlungsgebühren, Retouren sowie Auszahlungen, die nicht mit den erfassten Umsätzen übereinstimmen. All das erschwert eine vollständige und korrekte Buchführung.
Wie viel kostet E-Commerce-Buchhaltung?
Die Kosten hängen davon ab, welche Aufgaben du selbst übernimmst und ob du eine Buchhaltungssoftware oder professionelle Unterstützung nutzt. Viele Anbieter:innen bieten monatliche Tarife für kleine Unternehmen an. Zusätzliche Funktionen wie Bestandsverwaltung, die Anbindung mehrerer Shops oder Lohnbuchhaltung können die Kosten erhöhen. Berücksichtige bei deiner Planung auch mögliche Gebühren für Integrationen sowie die Kosten für Buchhaltungsfachkräfte, Steuerberatung und Monatsabschlüsse.
Was sind die Vorteile der E-Commerce-Buchhaltung?
Eine sorgfältige Buchhaltung hilft dir, deinen Cashflow zu überwachen und die finanzielle Situation deines Unternehmens besser einzuschätzen. So kannst du fundierte Geschäftsentscheidungen treffen, deine steuerlichen Pflichten erfüllen und erkennen, wo du Kosten senken oder deine Umsätze steigern kannst. Wenn du deine Konten regelmäßig abgleichst, fallen dir außerdem fehlende oder fehlerhafte Buchungen schneller auf.
Brauchst du Buchhalter:innen für dein E-Commerce-Unternehmen?
Das hängt vor allem von der Größe und Komplexität deines Unternehmens ab. Wenn du gerade erst mit deinem Onlineshop startest, kannst du viele Buchhaltungsaufgaben wahrscheinlich selbst übernehmen. Mit zunehmendem Wachstum kann professionelle Unterstützung jedoch sinnvoll sein. Das gilt besonders, wenn du international verkaufst, komplexe Umsatzsteuerpflichten erfüllen musst, mehrere Vertriebskanäle nutzt oder regelmäßig Unstimmigkeiten bei Auszahlungen und Lagerbeständen auftreten.












