MOQ, Landed Cost, Staffelpreis oder B2B-Katalog: Wer Waren im klassischen oder Online-Großhandel einkauft oder verkauft, trifft schnell auf Fachbegriffe, die Bestellmengen, Preise und Abläufe bestimmen. In diesem Lexikon erfährst du, was die wichtigsten Großhandelsbegriffe bedeuten und wann sie für dein Unternehmen relevant sind.
Was bedeutet Großhandelsterminologie?
Großhandelsterminologie umfasst Fachbegriffe, die beim Einkauf und Verkauf von Waren zwischen Unternehmen verwendet werden. Dazu gehören Begriffe aus Beschaffung, Preisgestaltung, Lagerhaltung, Logistik und B2B-E-Commerce. Wer diese Begriffe kennt, kann Angebote, Konditionen und Geschäftsprozesse im Großhandel leichter vergleichen und einordnen.
Grundbegriffe im Großhandel
Großhandel
Großhandel bezeichnet den Handel mit Waren, die überwiegend an Unternehmen und andere gewerbliche Abnehmer:innen statt an private Endkund:innen verkauft werden. Großhändler:innen beschaffen Produkte typischerweise in größeren Mengen und verkaufen sie beispielsweise an Einzelhändler:innen, weiterverarbeitende Betriebe oder Großverbraucher:innen weiter.
Die Waren werden dabei in der Regel nicht oder nur in geringem Umfang verändert. Der Großhandel übernimmt häufig eine vermittelnde Funktion zwischen Hersteller:innen und den Unternehmen, die die Produkte anschließend weiterverkaufen oder selbst verwenden.
B2B
B2B steht für Business-to-Business und bezeichnet Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen. Der Großhandel ist eine Form des B2B-Handels, allerdings ist nicht jedes B2B-Geschäft automatisch Großhandel. Auch Software, Beratungsleistungen oder andere Dienstleistungen können beispielsweise im B2B-Bereich angeboten werden.
Großhändler:in
Großhändler:innen kaufen Waren häufig in größeren Mengen bei Hersteller:innen oder anderen Lieferant:innen ein und verkaufen sie an gewerbliche Abnehmer:innen weiter.
Je nach Geschäftsmodell übernehmen sie neben dem Einkauf und Verkauf weitere Leistungen wie Lagerung, Sortimentsbildung, Transport oder Distribution.
Hersteller:in
Hersteller:innen produzieren Waren selbst oder lassen diese produzieren. Anschließend können sie ihre Produkte über Großhändler:innen und Einzelhändler:innen vertreiben oder direkt an ihre Kundschaft verkaufen.
Lieferant:in
Lieferant:innen versorgen Unternehmen mit Waren, Rohstoffen oder Materialien. Dabei kann es sich unter anderem um Hersteller:innen, Großhändler:innen oder spezialisierte Handelsunternehmen handeln.
Der Begriff beschreibt damit vor allem die Rolle innerhalb einer konkreten Geschäftsbeziehung und nicht zwingend eine bestimmte Unternehmensart.
Distributor:in
Distributor:innen vertreiben Produkte eines oder mehrerer Hersteller:innen in einem bestimmten Markt oder Vertriebsgebiet. Neben Verkauf und Lagerhaltung können dabei weitere Leistungen wie die Erschließung von Märkten, Händlerbetreuung oder Logistik übernommen werden.
Die Begriffe Distributor:in und Großhändler:in werden teilweise ähnlich verwendet. Distributor:innen arbeiten jedoch häufig enger mit bestimmten Hersteller:innen zusammen oder übernehmen definierte Vertriebsrechte.
Wiederverkäufer:in
Wiederverkäufer:innen kaufen Waren mit dem Ziel ein, diese anschließend weiterzuverkaufen. Dazu gehören beispielsweise Einzelhändler:innen, die Produkte beim Großhandel beschaffen und über einen stationären Laden oder Onlineshop verkaufen.
Großverbraucher:innen
Großverbraucher:innen sind Unternehmen oder Einrichtungen, die Waren in größeren Mengen für den eigenen Bedarf einkaufen, ohne sie unverändert weiterzuverkaufen. Dazu können beispielsweise Gastronomiebetriebe, Kantinen, Hotels, Krankenhäuser oder andere größere Einrichtungen gehören.
Damit unterscheiden sich Großverbraucher:innen von klassischen Wiederverkäufer:innen.
Einzelhandel
Der Einzelhandel verkauft Waren überwiegend an private Endkund:innen. Er bildet damit häufig die letzte Handelsstufe vor dem Konsum.
Während Großhändler:innen beispielsweise 500 Einheiten eines Produkts an ein Handelsunternehmen verkaufen können, verkauft der Einzelhandel die Produkte anschließend einzeln oder in kleineren Mengen an die Kundschaft.
Welche Arten von Großhandel gibt es?
Nicht jeder Großhandel funktioniert gleich. Je nachdem, welche Leistungen ein Unternehmen übernimmt, wie Waren gelagert werden und wie breit das Sortiment ist, lassen sich unterschiedliche Formen unterscheiden.
Lagergroßhandel
Beim Lagergroßhandel kauft das Großhandelsunternehmen Waren ein und lagert sie selbst, bevor sie an die Kundschaft verkauft werden.
Dadurch können Produkte kurzfristig verfügbar sein. Gleichzeitig trägt das Unternehmen Kosten und Risiken für Lagerung und Warenbestand.
Streckengroßhandel
Beim Streckengroßhandel wird die Ware nicht zunächst im Lager des Großhandelsunternehmens eingelagert. Stattdessen wird sie direkt von Hersteller:innen oder anderen Lieferant:innen an die Abnehmer:innen geliefert.
Das Großhandelsunternehmen vermittelt beziehungsweise organisiert das Geschäft, ohne die Ware selbst physisch lagern zu müssen.
Cash-and-Carry-Großhandel
Cash and Carry bezeichnet eine Form des Selbstbedienungsgroßhandels. Gewerbliche Kund:innen wählen die benötigten Produkte vor Ort aus, bezahlen sie und übernehmen den Transport normalerweise selbst.
Im Unterschied zum klassischen Zustellgroßhandel entfällt damit die Lieferung durch den Großhandel.
Sortimentsgroßhandel
Ein Sortimentsgroßhandel bietet eine vergleichsweise breite Auswahl unterschiedlicher Produkte an. Kund:innen können dadurch einen größeren Teil ihres Bedarfs bei einem einzigen Anbieter bzw. einer einzigen Anbieterin beziehen.
Fach- und Spezialgroßhandel
Fach- beziehungsweise Spezialgroßhändler:innen konzentrieren sich auf bestimmte Warenbereiche oder Branchen. Das Sortiment ist meist schmaler als bei einem Sortimentsgroßhandel, kann innerhalb des jeweiligen Spezialgebiets jedoch besonders tief sein.
Begriffe rund um Bestellung und Beschaffung
MOQ
MOQ steht für Minimum Order Quantity und bezeichnet die Mindestbestellmenge.
Gibt ein:e Lieferant:in beispielsweise eine MOQ von 100 Stück vor, kannst du nicht nur 20 Einheiten bestellen. Deine Bestellung muss mindestens 100 Stück umfassen.
Die MOQ ist für deine Einkaufsplanung besonders relevant: Eine hohe Mindestbestellmenge kann zwar mit einem niedrigeren Stückpreis verbunden sein, bindet aber gleichzeitig mehr Kapital und erhöht deinen Warenbestand.
Mindestbestellwert
Der Mindestbestellwert beziehungsweise Minimum Order Value (MOV) gibt an, welchen Geldwert eine Bestellung mindestens erreichen muss.
Eine MOQ bezieht sich dagegen auf die Anzahl der bestellten Einheiten. Du könntest beispielsweise einen Mindestbestellwert von 500 Euro erreichen müssen, ohne dass für ein einzelnes Produkt eine Mindestmenge festgelegt wurde.
Vororder
Bei einer Vororder bestellst du Ware, bevor sie regulär verfügbar ist. Dieses Verfahren kommt beispielsweise bei neuen oder saisonalen Kollektionen zum Einsatz.
Vororders können Anbieter:innen dabei helfen, den erwarteten Bedarf einzuschätzen. Käufer:innen können sich dadurch wiederum frühzeitig Warenbestände sichern.
Nachorder
Eine Nachorder ist die erneute Bestellung von Ware, die bereits zuvor beschafft wurde. Händler:innen nutzen sie beispielsweise, um gut verkaufte Artikel wieder aufzufüllen.
Lead Time
Die Lead Time bezeichnet die Zeit zwischen deiner Bestellung und dem Zeitpunkt, an dem die Ware geliefert beziehungsweise für dich verfügbar ist.
Bei langen Lead Times musst du früher nachbestellen, um Lieferengpässe und ausverkaufte Produkte zu vermeiden. Sie spielt deshalb eine wichtige Rolle bei Einkaufs- und Bestandsplanung.
Purchase Order
Eine Purchase Order, kurz PO, ist ein formeller Bestellauftrag eines Unternehmens an eine:n Lieferant:in. Darin können unter anderem Produkte, Mengen, vereinbarte Preise, Lieferbedingungen und weitere Konditionen festgehalten werden.
Preis- und Zahlungsbegriffe im Großhandel
Großhandelspreis
Der Großhandelspreis ist der Preis, zu dem Waren an gewerbliche Abnehmer:innen verkauft werden. Er liegt häufig unter dem späteren Einzelhandelspreis, da Wiederverkäufer:innen beim Weiterverkauf selbst eine Marge erwirtschaften müssen.
Wie hoch ein Großhandelspreis ausfällt, hängt beispielsweise von Einkaufskosten, Bestellmenge, Marktbedingungen und vereinbarten Konditionen ab.
Staffelpreis
Bei einem Staffelpreis verändert sich der Stückpreis abhängig von der bestellten Menge.
Ein Produkt kann beispielsweise bei einer Bestellung von 10 bis 49 Einheiten 20 Euro pro Stück kosten, bei 50 bis 99 Einheiten dagegen nur noch 18 Euro.
Der reduzierte Preis ist dabei direkt einer bestimmten Mengenstufe zugeordnet.
Einkaufspreis (EK)
Der Einkaufspreis ist der Preis, zu dem dein Unternehmen eine Ware einkauft. Für die tatsächliche Wirtschaftlichkeit reicht der reine Einkaufspreis allerdings nicht immer aus.
Transport-, Zoll-, Versicherungs- oder andere Beschaffungskosten können zusätzlich beeinflussen, wie teuer ein Produkt für dein Unternehmen tatsächlich ist.
Verkaufspreis (VK)
Der Verkaufspreis ist der Preis, zu dem du ein Produkt an deine Kundschaft verkaufst.
Die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis entspricht dabei nicht automatisch deinem Gewinn. Je nach Geschäftsmodell müssen unter anderem Lagerung, Versand, Personal, Zahlungsgebühren und weitere betriebliche Kosten berücksichtigt werden.
Unverbindliche Preisempfehlung (UVP)
Die unverbindliche Preisempfehlung ist ein von Hersteller:innen vorgeschlagener Verkaufspreis für ein Produkt. Händler:innen können sich daran bei ihrer Preisgestaltung orientieren.
Wie der Name bereits sagt, handelt es sich grundsätzlich um eine Empfehlung und nicht automatisch um den tatsächlichen Verkaufspreis eines Handelsunternehmens.
Handelsspanne
Die absolute Handelsspanne bezeichnet die Differenz zwischen dem Verkaufs- und dem Einstands- beziehungsweise Einkaufspreis einer Ware.
Kostet ein Produkt im Einkauf 60 Euro und wird für 100 Euro verkauft, beträgt die absolute Handelsspanne 40 Euro.
Wird die Handelsspanne als Prozentsatz ausgedrückt, wird die Differenz üblicherweise ins Verhältnis zum Verkaufspreis gesetzt.
Marge
Mit Marge wird im Handel häufig ausgedrückt, welcher Anteil des Verkaufspreises nach Abzug bestimmter Kosten verbleibt. Welche Kosten genau berücksichtigt werden, hängt von der verwendeten Margenkennzahl ab.
Bei einem Einstandspreis von 60 Euro und einem Verkaufspreis von 100 Euro beträgt die Differenz 40 Euro. Bezogen auf den Verkaufspreis entspricht das 40 %.
Begriffe wie Marge und Handelsspanne werden im Geschäftsalltag teilweise unterschiedlich oder synonym verwendet. Deshalb solltest du bei Kalkulationen immer prüfen, welche Berechnungsgrundlage gemeint ist.
Aufschlag
Der Aufschlag setzt die Differenz zwischen Einstands- und Verkaufspreis ins Verhältnis zum Einstandspreis.
Beim Beispiel mit 60 Euro Einstandspreis und 100 Euro Verkaufspreis beträgt die Differenz 40 Euro. Bezogen auf die 60 Euro Einstandspreis entspricht das einem Aufschlag von rund 66,7 %.
Marge und Aufschlag beschreiben damit nicht dasselbe Verhältnis.
Mengenrabatt
Ein Mengenrabatt ist ein Preisnachlass, der ab einer bestimmten Bestellmenge gewährt wird.
Im Unterschied zum Staffelpreis wird dabei gedanklich von einem bestehenden Preis ein Rabatt abgezogen. In der Praxis können Staffelpreise und Mengenrabatte jedoch zu ähnlichen Preisstrukturen führen.
Zahlungsziel
Das Zahlungsziel legt fest, bis wann eine Rechnung bezahlt werden muss. Gerade im B2B-Handel können längere Zahlungsfristen üblich sein als bei Verkäufen an Endkund:innen.
Für beide Geschäftsparteien sind Zahlungsziele relevant für die Liquiditätsplanung.
Netto 30
Netto 30 beziehungsweise Net 30 bezeichnet eine Zahlungsbedingung, bei der der vollständige Rechnungsbetrag innerhalb von 30 Tagen fällig ist.
Entsprechend können auch andere Zahlungsfristen vereinbart werden.
Skonto
Skonto ist ein Preisnachlass, den Käufer:innen erhalten können, wenn sie eine Rechnung innerhalb einer besonders kurzen Frist bezahlen.
Beispielsweise kann eine Rechnung innerhalb von 30 Tagen vollständig fällig sein, während bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen ein vereinbarter Skontoabzug möglich ist.
Begriffe aus Warenbestand, Lagerhaltung und Logistik
SKU
SKU steht für Stock Keeping Unit. Sie dient als interne Kennzeichnung, mit der Unternehmen einzelne Produkte oder Produktvarianten im Warenbestand unterscheiden können.
Ein T-Shirt in Schwarz und Größe M kann beispielsweise eine andere SKU haben als dasselbe Modell in Größe L.
Warenbestand und Lagerbestand
Der Warenbestand umfasst die Waren, die ein Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt besitzt und noch nicht verkauft oder verarbeitet hat.
Der Begriff Lagerbestand wird häufig ähnlich verwendet. In Warenwirtschafts- und Commerce-Systemen kann er jedoch konkreter die Menge bezeichnen, die an einem bestimmten Lagerort verfügbar ist.
Hat dein Unternehmen mehrere Lager, kann ein Produkt deshalb je Standort einen unterschiedlichen Lagerbestand besitzen. Bei größeren Warenbeständen kann ein Lagerverwaltungssystem dabei helfen, Bestände, Lagerplätze und Warenbewegungen zentral zu steuern.
Lieferkette
Die Lieferkette umfasst die Unternehmen, Stationen und Prozesse, die ein Produkt von der Herstellung beziehungsweise Beschaffung bis zum Verkauf durchläuft.
Dazu können beispielsweise Rohstofflieferant:innen, Hersteller:innen, Großhandel, Logistikdienstleister:innen, Einzelhandel und letztlich die Kundschaft gehören.
Fulfillment
Fulfillment umfasst die Prozesse, die notwendig sind, um Bestellungen abzuwickeln. Dazu können Lagerung, Kommissionierung, Verpackung, Versand und Retourenbearbeitung gehören.
Unternehmen können diese Aufgaben selbst übernehmen oder teilweise beziehungsweise vollständig an spezialisierte Fulfillment-Dienstleister:innen auslagern.
Landed Cost
Landed Cost bezeichnet die Gesamtkosten, die entstehen, bis eine eingekaufte Ware tatsächlich am vorgesehenen Ziel angekommen ist.
Neben dem Einkaufspreis können dazu unter anderem Frachtkosten, Versicherung, Zölle und weitere Import- oder Transportkosten zählen.
Für deine Kalkulation ist dieser Wert besonders wichtig: Ein Produkt mit einem niedrigen Einkaufspreis kann durch hohe Transport- und Importkosten letztlich teurer sein als eine Alternative mit höherem ursprünglichen Warenpreis.
Begriffe zu Warenarten und Warenqualität
A-Ware
Als A-Ware werden üblicherweise neue und einwandfreie Produkte bezeichnet, die regulär verkauft werden können.
Die genaue Verwendung des Begriffs kann sich allerdings je nach Branche und Anbieter:in unterscheiden.
B-Ware
B-Ware bezeichnet Produkte, die nicht mehr als reguläre Neuware erster Qualität angeboten werden.
Gründe können beispielsweise leichte optische Mängel, beschädigte Verpackungen oder Rücksendungen sein. Welche Eigenschaften eine konkrete B-Ware besitzt, sollte daher immer anhand der jeweiligen Produktbeschreibung geprüft werden.
Restposten
Restposten sind Warenbestände, die beispielsweise nach Sortimentswechseln, am Ende einer Saison oder im Zuge einer Geschäftsauflösung übrig bleiben und anschließend verkauft werden.
Sonderposten
Als Sonderposten werden Waren bezeichnet, die außerhalb des regulären Sortiments oder unter besonderen Umständen angeboten werden.
Dazu können je nach Anbieter:in beispielsweise Überproduktionen, ältere Kollektionen oder andere größere Warenbestände gehören.
Restposten können damit eine Form von Sonderposten darstellen. Die Begriffe sind jedoch nicht in jedem Kontext vollständig deckungsgleich.
Retourenware
Retourenware umfasst Produkte, die nach einem Verkauf von Kund:innen zurückgegeben wurden.
Je nach Zustand können solche Waren anschließend erneut als Neuware, B-Ware oder anderweitig klassifiziert werden. Eine Retoure ist deshalb nicht automatisch beschädigt oder minderwertig.
Begriffe im B2B-E-Commerce
Der Großhandel wird heute nicht ausschließlich über persönliche Verkaufsgespräche, Telefon oder E-Mail abgewickelt. Digitale Bestellprozesse verbinden klassische Großhandelskonditionen zunehmend mit Funktionen des E-Commerce.
B2B-E-Commerce
B2B-E-Commerce bezeichnet den digitalen Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen zwischen Unternehmen.
Geschäftskund:innen können beispielsweise über einen B2B-Onlineshop Produkte suchen, Konditionen einsehen und Bestellungen aufgeben.
B2B-Marktplatz
Ein B2B-Marktplatz ist eine digitale Plattform, auf der gewerbliche Anbieter:innen und Käufer:innen zusammentreffen.
Unternehmen können solche Marktplätze beispielsweise nutzen, um zusätzliche Geschäftskund:innen zu erreichen oder neue Bezugsquellen zu finden.
B2B-Katalog
Ein B2B-Katalog legt fest, welche Produkte und Preise bestimmten Geschäftskund:innen beziehungsweise Kundengruppen zur Verfügung stehen.
Dadurch lassen sich beispielsweise unterschiedliche Sortimente oder Konditionen für einzelne Unternehmen abbilden.
Kundenspezifische Preise
Im B2B-Handel müssen Preise nicht für alle Geschäftskund:innen identisch sein. Individuelle Vereinbarungen können beispielsweise auf Bestellvolumen, langfristigen Geschäftsbeziehungen oder ausgehandelten Konditionen beruhen.
Digitale B2B-Systeme können solche kundenspezifischen Preise direkt im jeweiligen Kundenkonto beziehungsweise Katalog abbilden.
B2B-Checkout
Ein B2B-Checkout ist ein Checkout-Prozess, der typische Anforderungen von Geschäftskund:innen berücksichtigt.
Je nach eingesetztem System können dazu beispielsweise Unternehmensinformationen, individuelle Preise, hinterlegte Zahlungsbedingungen oder weitere B2B-spezifische Daten gehören.
D2C
D2C steht für Direct-to-Consumer und bezeichnet den direkten Verkauf eines Unternehmens beziehungsweise einer Marke an Endkund:innen.
Im Unterschied zum klassischen Großhandelsmodell findet dabei keine zusätzliche Handelsstufe zwischen Anbieter:in und Endkundschaft statt.
Unternehmen können D2C und B2B gleichzeitig als unterschiedliche Vertriebskanäle nutzen.
Kombinierter B2B- und D2C-Shop
Ein kombinierter B2B- und D2C-Shop bedient sowohl Geschäftskund:innen als auch Endkund:innen über eine gemeinsame Commerce-Infrastruktur.
Dabei können sich unter anderem Preise, Produkte, Zahlungsbedingungen und Einkaufskonditionen je nach Kundengruppe unterscheiden.
Shopify verwendet für seine B2B-Funktionen zusätzlich eigene, genau definierte Begriffe. Dazu gehören beispielsweise B2B-Kataloge, Unternehmensstandorte und B2B-Checkouts. Diese produktspezifische Terminologie wird separat in der Shopify-Hilfe erklärt.
Welche Großhandelsbegriffe brauchst du beim Einkauf und Verkauf?
Welche Fachbegriffe für deinen Geschäftsalltag besonders wichtig sind, hängt vor allem davon ab, welche Rolle dein Unternehmen innerhalb des Handels einnimmt.
Wenn du Waren im Großhandel einkaufst
Beim Einkauf solltest du vor allem Begriffe kennen, die Bestellmengen, Kosten und Warenverfügbarkeit beeinflussen:
- MOQ zeigt dir, wie viele Einheiten du mindestens bestellen musst.
- Mindestbestellwert definiert den erforderlichen Gesamtwert einer Bestellung.
- Lead Time hilft dir bei der Planung deiner Nachbestellungen.
- Einkaufspreis und Landed Cost helfen dir, die tatsächlichen Beschaffungskosten einzuordnen.
- Zahlungsziel und Skonto können deine Liquiditätsplanung beeinflussen.
- Lagerbestand und SKU unterstützen dich bei der Bestandsverwaltung.
Besonders wichtig ist, einzelne Kennzahlen nicht isoliert zu betrachten. Ein niedriger Einkaufspreis ist beispielsweise wenig hilfreich, wenn gleichzeitig hohe Mindestbestellmengen und Transportkosten anfallen.
Wenn du selbst an Unternehmen verkaufst
Beim B2B-Verkauf spielen vor allem Preisgestaltung und Einkaufskonditionen deiner Geschäftskundschaft eine Rolle:
- Großhandelspreise bilden die Grundlage deiner B2B-Preisstrategie.
- Staffelpreise und Mengenrabatte können größere Bestellungen attraktiver machen.
- Zahlungsziele ermöglichen andere Zahlungsabläufe als im klassischen Endkundengeschäft.
- B2B-Kataloge und kundenspezifische Preise helfen dabei, unterschiedliche Konditionen für verschiedene Kundengruppen abzubilden.
- Ein B2B-Checkout kann typische Anforderungen gewerblicher Bestellungen berücksichtigen.
Welche Konditionen sinnvoll sind, hängt unter anderem von deinen Produkten, Margen, Bestellgrößen und Geschäftsbeziehungen ab.
Wenn du B2B und D2C kombinierst
Verkaufst du sowohl an Unternehmen als auch direkt an Endkund:innen, solltest du beide Geschäftsmodelle klar voneinander unterscheiden.
Großhandelskund:innen können beispielsweise andere Preise, Mindestbestellmengen, Zahlungsbedingungen und Sortimente erhalten als deine D2C-Kundschaft.
Eine gemeinsame Commerce-Infrastruktur kann beide Vertriebskanäle verbinden, während Kataloge, Preise und Kundendaten entsprechend der jeweiligen Zielgruppe gesteuert werden.
Fazit
Großhandelsterminologie hilft dir dabei, Angebote, Preise und Leistungen im B2B-Handel richtig einzuordnen. Begriffe wie MOQ, Landed Cost, Marge oder Zahlungsziel haben unmittelbare Bedeutung für deine Beschaffung, Kalkulation und Liquiditätsplanung. Wenn du selbst Waren im Großhandel anbietest, spielen zusätzlich Großhandelspreise, Staffelpreise, B2B-Kataloge und individuelle Konditionen eine wichtige Rolle.
Dabei richtet sich Großhandel nicht ausschließlich an Wiederverkäufer:innen: Auch weiterverarbeitende Unternehmen und Großverbraucher:innen können zu den gewerblichen Abnehmer:innen gehören. Gleichzeitig unterscheiden sich die Leistungen verschiedener Großhandelsformen – vom Lagergroßhandel bis zum Streckengroßhandel.
Ein grundlegendes Verständnis der wichtigsten Begriffe erleichtert dir deshalb nicht nur das Lesen von Angeboten und Konditionen. Es hilft dir auch dabei, Einkaufs- und Verkaufsprozesse besser zu vergleichen und Entscheidungen im klassischen Großhandel sowie im B2B-E-Commerce fundierter einzuordnen.




