Wenn Kund:innen ihre Bestellung in deinem Onlineshop abschließen möchten, ihre Zahlung jedoch abgelehnt wird, kann dich das Umsatz kosten. Nicht jede fehlgeschlagene Transaktion lässt sich vermeiden. Mit der richtigen Zahlungsabwicklung kannst du allerdings dazu beitragen, unnötige Ablehnungen zu reduzieren.
Eine wichtige Kennzahl ist dabei die Autorisierungsrate. Sie zeigt dir, wie häufig Zahlungsversuche genehmigt werden. In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Autorisierungsrate berechnest, welche Ursachen hinter abgelehnten Zahlungen stecken und mit welchen Maßnahmen du den Bezahlvorgang optimieren kannst.
Was ist die Autorisierungsrate?
Die Autorisierungsrate gibt an, wie viel Prozent der zur Autorisierung eingereichten Zahlungsversuche von der zuständigen Bank oder dem Zahlungsnetzwerk genehmigt werden. Eine hohe Autorisierungsrate bedeutet, dass ein großer Anteil der eingereichten Transaktionen erfolgreich autorisiert wird. Die Kennzahl hilft dir, Probleme bei der Zahlungsabwicklung zu erkennen und potenzielle Umsatzverluste zu reduzieren.
Wie wird die Autorisierungsrate berechnet?
Um deine Autorisierungsrate zu berechnen, teilst du die Anzahl der genehmigten Zahlungsversuche durch die Gesamtzahl aller zur Autorisierung eingereichten Zahlungsversuche. Das Ergebnis multiplizierst du mit 100.
Autorisierungsrate = (Genehmigte Zahlungsversuche / Gesamte eingereichte Zahlungsversuche) × 100
Ein Beispiel: In deinem Onlineshop werden innerhalb eines Monats 1.000 Kartenzahlungen zur Autorisierung eingereicht. Davon werden 950 genehmigt und 50 abgelehnt.
Deine Autorisierungsrate beträgt somit 95 %.
Das bedeutet, dass fünf Prozent der eingereichten Zahlungsversuche nicht genehmigt wurden. Ob dadurch tatsächlich Umsatz verloren ging, hängt unter anderem davon ab, ob die betroffenen Kund:innen ihre Zahlung anschließend mit einer anderen Zahlungsmethode abschließen konnten.
Wichtig ist außerdem, zwischen autorisierten und tatsächlich abgeschlossenen Zahlungen zu unterscheiden. Eine erfolgreiche Autorisierung bestätigt zunächst, dass eine Zahlung genehmigt wurde. Die endgültige Belastung und Abrechnung können später erfolgen.
Wie funktioniert die Autorisierung einer Zahlung?
Wenn Kund:innen in deinem Onlineshop mit einer Kredit- oder Debitkarte bezahlen, wird die Transaktion vor der endgültigen Zahlungsabwicklung geprüft.
Der Autorisierungsprozess besteht üblicherweise aus folgenden Schritten:
- Kund:innen geben ihre Zahlungsinformationen im Checkout ein und bestätigen ihre Bestellung.
- Das Zahlungsgateway übermittelt die erforderlichen Informationen sicher an den Zahlungsdienstleister bzw. die Zahlungsdienstleisterin.
- Über das zuständige Kartennetzwerk wird eine Autorisierungsanfrage an die kartenausgebende Bank weitergeleitet.
- Die Bank prüft unter anderem, ob ausreichend Geldmittel vorhanden sind und ob Sicherheitsbedenken bestehen.
- Die Bank genehmigt die Transaktion oder lehnt sie ab. Das Ergebnis wird an den Onlineshop zurückgemeldet.
Je nach Zahlungsart und Sicherheitsanforderungen können zusätzliche Schritte erforderlich sein, beispielsweise eine Authentifizierung über 3D Secure.
Wird die Zahlung genehmigt, kann sie anschließend eingezogen beziehungsweise abgerechnet werden. Bei einer Ablehnung müssen Kund:innen ihre Angaben korrigieren oder eine andere Zahlungsmethode nutzen.
Warum werden Zahlungen abgelehnt?
Abgelehnte Zahlungen gehören zum Alltag im E-Commerce. Die Ursachen können sowohl bei der kartenausgebenden Bank als auch bei der verwendeten Zahlungsmethode oder der technischen Zahlungsabwicklung liegen.
Unzureichendes Guthaben oder überschrittenes Kreditlimit
Eine häufige Ursache für Zahlungsablehnungen sind fehlende Geldmittel. Ist das verfügbare Guthaben nicht ausreichend oder wurde das Kreditlimit erreicht, kann die Bank die Transaktion ablehnen.
In diesem Fall haben Händler:innen normalerweise keinen direkten Einfluss auf die Entscheidung.
Falsche oder abgelaufene Kartendaten
Bereits kleinere Eingabefehler können dazu führen, dass eine Zahlung nicht genehmigt wird. Dazu zählen beispielsweise eine falsche Kartennummer, ein ungültiges Ablaufdatum oder eine fehlerhafte Kartenprüfnummer.
Auch gespeicherte Zahlungsinformationen können veralten, wenn Kund:innen eine neue Karte erhalten.
Verdacht auf betrügerische Aktivitäten
Banken und Zahlungsdienstleister:innen überprüfen Transaktionen auf mögliche Betrugsrisiken. Ungewöhnlich hohe Bestellwerte, verdächtige Transaktionsmuster oder andere Risikosignale können dazu führen, dass eine Zahlung abgelehnt wird.
Dabei können auch legitime Transaktionen fälschlicherweise als verdächtig eingestuft werden. Solche Ablehnungen werden als False Declines bezeichnet.
Technische Probleme
Nicht jede fehlgeschlagene Zahlung wird ausdrücklich von einer Bank abgelehnt. Manchmal verhindern technische Schwierigkeiten, dass eine Autorisierungsanfrage korrekt verarbeitet wird.
Dazu gehören beispielsweise Verbindungsprobleme, fehlerhafte Integrationen oder vorübergehende Störungen bei Zahlungsdienstleister:innen.
Für die Analyse deiner Autorisierungsrate ist es deshalb wichtig, zwischen tatsächlichen Autorisierungsablehnungen und technischen Zahlungsfehlern zu unterscheiden.
Zusätzliche Sicherheitsprüfungen
Bei Online-Kartenzahlungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums spielt die starke Kundenauthentifizierung (Strong Customer Authentication, SCA) eine wichtige Rolle.
Im Rahmen dieser Sicherheitsanforderungen kann beispielsweise eine Bestätigung über die Banking-App notwendig sein. Wird eine erforderliche Authentifizierung nicht erfolgreich abgeschlossen, kann die Zahlung scheitern.
Wie kannst du deine Autorisierungsrate verbessern?
Nicht alle Zahlungsablehnungen lassen sich verhindern. Du kannst jedoch verschiedene Maßnahmen ergreifen, um Fehlerquellen zu reduzieren und möglichst vielen Kund:innen eine erfolgreiche Zahlung zu ermöglichen.
1. Optimiere deinen Checkout
Ein übersichtlicher und benutzerfreundlicher Checkout trägt dazu bei, Eingabefehler zu vermeiden.
Achte darauf, dass deine Kund:innen die benötigten Zahlungsinformationen einfach eingeben können. Verständliche Formularfelder und hilfreiche Fehlermeldungen erleichtern den Bezahlvorgang.
Besonders wichtig ist die Optimierung für mobile Endgeräte. Kleine Eingabefelder, unübersichtliche Formulare oder technische Darstellungsprobleme können den Checkout unnötig erschweren.
Ein vereinfachter Checkout erhöht nicht automatisch die Genehmigungsquote der Banken. Er kann jedoch vermeidbare Fehler reduzieren und dazu beitragen, dass mehr Kund:innen ihre Bestellungen erfolgreich abschließen.
2. Biete verschiedene Zahlungsmethoden an
Wenn die bevorzugte Zahlungsmethode deiner Kund:innen nicht funktioniert, können alternative Zahlungsoptionen verhindern, dass sie ihren Kauf abbrechen.
Je nach Zielgruppe und Absatzmarkt können beispielsweise folgende Zahlungsmethoden sinnvoll sein:
- Kredit- und Debitkarten
- PayPal
- Apple Pay und Google Pay
- Kauf auf Rechnung
- Weitere lokal verbreitete Zahlungsarten
Gerade im internationalen E-Commerce unterscheiden sich die Zahlungspräferenzen teilweise deutlich.
Mit einem passenden Zahlungsmix kannst du die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Kund:innen eine funktionierende Zahlungsoption finden.
Dabei solltest du beachten, dass sich die Autorisierungsrate einer einzelnen Zahlungsmethode nicht automatisch verbessert, nur weil zusätzliche Zahlungsarten angeboten werden. Die Maßnahmen können aber die gesamte Checkout-Conversion positiv beeinflussen.
3. Reduziere Fehler bei der Dateneingabe
Ungültige oder unvollständige Zahlungsinformationen lassen sich teilweise bereits vor dem Absenden einer Transaktion erkennen.
Dafür können Plausibilitätsprüfungen der Kartennummer, des Ablaufdatums und anderer erforderlicher Angaben eingesetzt werden.
Auch digitale Wallets können hilfreich sein, da Kund:innen ihre Kartendaten nicht bei jedem Einkauf manuell eingeben müssen.
Bei wiederkehrenden Zahlungen können zusätzlich Funktionen zur Aktualisierung hinterlegter Kartendaten sinnvoll sein, sofern die Zahlungsdienstleister:innen diese unterstützen.
4. Überprüfe deine Sicherheitseinstellungen
Betrugsprävention ist ein wichtiger Bestandteil der Zahlungsabwicklung. Zu strenge Sicherheitsmaßnahmen können allerdings dazu führen, dass auch legitime Transaktionen abgelehnt werden.
Deshalb ist es sinnvoll, die Einstellungen deiner Betrugsprüfung regelmäßig zu kontrollieren.
Insbesondere automatisierte Risikobewertungen können dabei helfen, verdächtige Transaktionen zu erkennen. Gleichzeitig solltest du untersuchen, ob bestimmte Regeln ungewöhnlich viele Fehlalarme auslösen.
Das Ziel besteht darin, ein angemessenes Verhältnis zwischen Zahlungssicherheit und möglichst wenigen unbegründeten Ablehnungen zu finden.
5. Analysiere Ablehnungsgründe
Eine niedrige Autorisierungsrate lässt sich am besten verbessern, wenn du verstehst, warum Transaktionen scheitern.
Viele Zahlungsdienstleister:innen stellen Informationen zu abgelehnten Zahlungen bereit. Sogenannte Ablehnungscodes können beispielsweise darauf hinweisen, dass eine Karte abgelaufen ist, die Bank eine Zahlung nicht genehmigt hat oder eine Sicherheitsprüfung fehlgeschlagen ist.
Untersuche, ob bestimmte Muster auftreten:
- Werden Zahlungen mit einer bestimmten Kartenart besonders häufig abgelehnt?
- Treten Probleme vor allem bei internationalen Bestellungen auf?
- Unterscheidet sich die Autorisierungsrate zwischen Erstkäufen und wiederkehrenden Zahlungen?
- Häufen sich Ablehnungen bei bestimmten Bestellwerten oder in einzelnen Ländern?
Solche Erkenntnisse helfen dir, geeignete Maßnahmen zu identifizieren.
6. Informiere Kund:innen über fehlgeschlagene Zahlungen
Eine verständliche Fehlermeldung kann verhindern, dass Kund:innen ihren Einkauf unmittelbar abbrechen.
Statt nur anzuzeigen, dass eine Zahlung fehlgeschlagen ist, solltest du möglichst hilfreiche Informationen bereitstellen.
Bei einer fehlerhaften Karteneingabe können Kund:innen ihre Angaben korrigieren. Wird die Zahlung von der Bank abgelehnt, kann ein Hinweis auf die Kontaktaufnahme mit dem Kreditinstitut sinnvoll sein.
Alternativ kannst du auf andere verfügbare Zahlungsmethoden aufmerksam machen.
Beachte dabei, dass nicht jeder Ablehnungsgrund detailliert offengelegt werden sollte. Insbesondere bei Betrugsverdacht können allgemeine Fehlermeldungen aus Sicherheitsgründen angemessener sein.
7. Halte deine Zahlungsabwicklung technisch zuverlässig
Technische Probleme während des Checkouts können dazu führen, dass Zahlungen nicht ordnungsgemäß verarbeitet werden.
Achte deshalb darauf, dass deine eingesetzten Zahlungsintegrationen zuverlässig funktionieren und notwendige Aktualisierungen erhalten.
Auch die Performance deiner Website spielt eine Rolle. Lange Ladezeiten und technische Fehler können dazu führen, dass Kund:innen ihren Einkauf abbrechen, bevor überhaupt eine Autorisierungsanfrage gestellt wird.
Eine zuverlässige technische Infrastruktur verbessert somit vor allem den gesamten Bezahlprozess und hilft, Zahlungsfehler zu vermeiden.
Wie unterstützt Shopify die Optimierung der Autorisierungsrate?
Mit Shopify stehen dir verschiedene Funktionen zur Verfügung, die eine zuverlässige Zahlungsabwicklung unterstützen und unnötige Hindernisse im Checkout reduzieren können.
Shopify Payments
Shopify Payments ist die integrierte Zahlungslösung von Shopify. Damit kannst du unterstützte Zahlungsmethoden direkt über deinen Shopify-Store abwickeln, ohne für die grundlegende Kartenabwicklung einen separaten Drittanbieter integrieren zu müssen.
Die verfügbaren Zahlungsmethoden hängen unter anderem vom Land und den Voraussetzungen deines Unternehmens ab.
Durch die Integration in Shopify lassen sich Zahlungsabwicklung und Bestellverwaltung innerhalb einer Plattform verwalten. Das kann die Analyse von Transaktionen und die Verwaltung deiner Zahlungsprozesse vereinfachen.
Beschleunigte Checkout-Optionen
Mit beschleunigten Checkout-Optionen wie Shop Pay können Kund:innen unter geeigneten Voraussetzungen auf gespeicherte Zahlungs- und Lieferinformationen zurückgreifen.
Das reduziert die manuelle Dateneingabe und erleichtert insbesondere wiederkehrenden Kund:innen den Bezahlvorgang.
Auch die Unterstützung von Wallets wie Apple Pay und Google Pay kann den Checkout vereinfachen.
Diese Funktionen wirken sich vor allem auf die Benutzerfreundlichkeit und den erfolgreichen Abschluss des Kaufprozesses aus. Eine höhere Autorisierungsrate ist dadurch nicht garantiert.
Betrugsanalyse und Zahlungssicherheit
Shopify bietet Funktionen zur Betrugsanalyse, mit denen du potenziell riskante Bestellungen besser einschätzen kannst.
Je nach eingesetzter Lösung und verfügbaren Funktionen lassen sich Transaktionsrisiken überprüfen und auffällige Bestellungen identifizieren.
Eine angemessene Betrugsprävention hilft dabei, dein Unternehmen vor betrügerischen Aktivitäten zu schützen, ohne legitime Käufe unnötig zu erschweren.
Auswertung von Zahlungsdaten
Für die Optimierung deiner Zahlungsprozesse ist eine regelmäßige Auswertung entscheidend.
Shopify stellt dir Informationen zu Bestellungen, Zahlungen und Transaktionen zur Verfügung. Welche Detailinformationen und Ablehnungsgründe verfügbar sind, hängt unter anderem von der verwendeten Zahlungsmethode und den Zahlungsdienstleister:innen ab.
Wenn du ungewöhnlich viele Zahlungsablehnungen feststellst, kann dir außerdem der Shopify Support beziehungsweise der Support deines Zahlungsanbieters bei der Eingrenzung möglicher Ursachen helfen.
Fazit: Eine höhere Autorisierungsrate kann Umsatzverluste reduzieren
Die Autorisierungsrate ist eine wichtige Kennzahl für Unternehmen im E-Commerce. Sie hilft dir zu verstehen, wie zuverlässig eingereichte Zahlungen genehmigt werden und an welchen Stellen mögliche Probleme auftreten.
Nicht jede Ablehnung lässt sich beeinflussen. Durch einen benutzerfreundlichen Checkout, passende Zahlungsmethoden, eine zuverlässige technische Infrastruktur und die Analyse von Ablehnungsgründen kannst du jedoch unnötige Zahlungsfehler reduzieren.
Entscheidend ist dabei, die Autorisierungsrate nicht isoliert zu betrachten. Auch die Checkout-Conversion, die Betrugsquote und der Anteil erfolgreich abgeschlossener Bestellungen liefern wichtige Hinweise auf die Leistungsfähigkeit deiner Zahlungsabwicklung.




