Beim Start eines Unternehmens hast du viele Entscheidungen zu treffen. Abgesehen von dem Produkt, das du verkaufen möchtest, oder deiner Marketingstrategie, gehört die Wahl des Geschäftsmodells zu den wichtigsten Entscheidungen.
Der E-Commerce wächst weiter stark: Weltweit sollen die E-Commerce-Umsätze im Jahr 2026 6,88 Billionen $ erreichen – Tendenz steigend. Das schafft viele Chancen – aber nur, wenn dein Geschäftsmodell dazu passt, wie du Kund:innen gewinnen, beliefern und langfristig profitabel wachsen möchtest.
Im Folgenden findest du eine Übersicht über wichtige Arten von Geschäftsmodellen, damit du von Anfang an die beste Entscheidung treffen kannst.
Es ist wichtig, diese Geschäftsmodelle zu verstehen, um die richtige Wahl für dein Unternehmen zu treffen. Jedes Geschäftsmodell hat Vor- und Nachteile, und je nach Produkt, Markt und Kostenstruktur kann eines besser zu dir und deinem Unternehmen passen als die anderen.
Was ist ein E-Commerce-Geschäftsmodell?
Ein E-Commerce-Geschäftsmodell ist das zentrale Rahmenwerk eines Unternehmens, um profitabel zu arbeiten und Kund:innen einen Mehrwert zu bieten. Es erklärt, wie ein Unternehmen Wert schafft, wie es Umsatz erzielt und wie Produkte oder Dienstleistungen zu Kund:innen gelangen.
Ein effektives Geschäftsmodell beschreibt das Wertversprechen für Kund:innen sowie die Preisstrategie. Es definiert die Produkte und Dienstleistungen, die ein Unternehmen anbietet, die Zielgruppe, die Beschaffung, das Fulfillment und zukünftige Ausgaben.
Ein Geschäftsmodell beantwortet im Kern drei Fragen: An wen verkaufst du? Wie beschaffst und lieferst du deine Produkte? Und wodurch entsteht Umsatz – durch Einzelkäufe, Abonnements, Provisionen, Lizenzen oder wiederkehrende Gebühren?
Warum sind E-Commerce-Geschäftsmodelle wichtig?
Geschäftsmodelle sind sowohl für neue als auch für etablierte Unternehmen essenziell. Sie helfen Unternehmen, ihre Kund:innen zu verstehen, Mitarbeitende zu motivieren, Investitionen anzuziehen und durch die Identifikation von Wachstumschancen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu schaffen.
Ein Geschäftsmodell definiert, wen dein Unternehmen bedient, wie es arbeitet und wodurch sich dein Angebot von Wettbewerber:innen unterscheidet. Es gibt dir eine klare Richtung für künftige Entscheidungen.
Betrachte dein Geschäftsmodell als eine lebendige Ressource für dein Unternehmen. Es ist sinnvoll, es regelmäßig zu aktualisieren, um kommende Trends und Herausforderungen im Blick zu behalten. Wenn du planst, Kapital aufzubringen oder eine Partnerschaft einzugehen, zeigt eine aktive Weiterentwicklung des Geschäftsmodells den Stakeholdern, dass du anpassungsfähig bist und auf die sich ändernden Marktanforderungen reagieren kannst.
Mehrere Entwicklungen verändern aktuell, wie E-Commerce-Unternehmen ihre Geschäftsmodelle planen:
- Social Commerce: Produktentdeckung und Checkout finden zunehmend direkt auf sozialen Plattformen statt, etwa auf TikTok oder Instagram. Das verkürzt den Weg vom ersten Kontakt bis zum Kauf.
- Flexible Abonnements: Optionen zum Pausieren oder Reaktivieren können Kündigungen reduzieren und Kund:innen länger binden.
- Resale und Rückkaufprogramme: Wiederverkauf, Recycling und Buyback-Modelle gewinnen an Bedeutung, weil Kund:innen häufiger gebrauchte oder refurbished Produkte kaufen.
- KI-gestütztes Shopping: Kund:innen entdecken und kaufen Produkte zunehmend über KI-gestützte Interfaces. Dadurch entstehen neue Touchpoints und neue Anforderungen an Produktdaten, Beratung und Checkout.
Häufige Geschäftsmodelltypen im E-Commerce
Es gibt mehrere Haupttypen von E-Commerce-Geschäftsmodellen. Die vier klassischen Modelle sind B2C, B2B, C2C und C2B. Zusätzlich spielen D2C, B2B2C und B2G eine immer größere Rolle.
- Business-to-Consumer (B2C)
- Direct-to-Consumer (D2C)
- Business-to-Business (B2B)
- Consumer-to-Consumer (C2C)
- Consumer-to-Business (C2B)
- Business-to-Business-to-Consumer (B2B2C)
- Business-to-Government (B2G)
Diese Kategorien beschreiben, wer an einer Transaktion beteiligt ist. Sie sagen aber noch nicht aus, wie du Produkte beschaffst, lagerst, versendest oder welche Margen realistisch sind.
| Modell | An wen du verkaufst | Typische Beschaffung / Fulfillment | Typisches Margenprofil |
|---|---|---|---|
| B2C | Einzelne Verbraucher:innen | Händler:in beschafft und liefert | Handelsaufschlag, Verkäufer:in trägt die Kosten |
| D2C | Endkund:innen | Marke beschafft und liefert selbst | Keine Händler:innen-Marge, dafür eigene Kosten |
| B2B | Andere Unternehmen | Großhandel oder größere Bestellmengen | Niedrigere Stückmarge, größere Bestellungen |
| C2C | Andere Verbraucher:innen | Eigene Waren, Versand durch Verkäufer:in | Erlös abzüglich Plattformgebühren |
| C2B | Unternehmen | Einzelperson liefert Arbeit, Inhalte oder Rechte | Arbeitszeit und Gebühren bestimmen die Marge |
| B2B2C | Verbraucher:innen über Partner:innen | Marke liefert, Partner:in verkauft oder vermittelt | Marge wird mit Partner:innen geteilt |
| B2G | Behörden und öffentliche Einrichtungen | Lieferung nach Verträgen und Vergaberegeln | Vertragspreise, zusätzliche Compliance-Kosten |
1. Business-to-Consumer (B2C)
Das Business-to-Consumer (B2C)-Geschäftsmodell beschreibt den Handel zwischen einem Unternehmen und einer einzelnen Kundin oder einem einzelnen Kunden, wie z. B. den Kauf eines Shirts auf der Website einer Marke. B2C-Geschäfte umfassen sowohl E-Commerce als auch stationären Handel.
B2C sagt aus, wer kauft – nämlich einzelne Verbraucher:innen. Es sagt aber nicht aus, ob das Unternehmen das Produkt selbst herstellt, von Lieferant:innen bezieht oder per Dropshipping verkauft.
2. Direct-to-Consumer (D2C)
Direct-to-Consumer (D2C oder DTC) ist eine Form von B2C, bei der eine Marke oder ein:e Hersteller:in direkt an Endkund:innen verkauft, ohne eine:n externe:n Händler:in für diese Transaktion einzusetzen.
Wenn du Schuhe direkt auf der Website einer Marke kaufst, ist das D2C und B2C zugleich. Kaufst du dieselben Schuhe bei einem Drittanbieter oder einer Einzelhandelskette, ist es B2C, aber nicht D2C.
3. Business-to-Business (B2B)
Business-to-Business (B2B) bezieht sich auf jeglichen Handel zwischen zwei Unternehmen. Großhandelsgeschäfte fallen typischerweise in diese Kategorie. Du kannst B2B-Angebote sowohl als E-Commerce-Unternehmen als auch im stationären Handel integrieren. Zum Beispiel kann eine Kaffeemarke ihre Bohnen direkt an Kund:innen über ihre Website verkaufen (B2C) und gleichzeitig Großbestellungen an Cafés liefern (B2B).
4. Consumer-to-Consumer (C2C)
Das Consumer-to-Consumer (C2C)-Geschäftsmodell, auch Peer-to-Peer genannt, beschreibt den Handel, bei dem eine Privatperson ein Produkt oder eine Dienstleistung an eine andere Privatperson verkauft. Der Verkauf eines gebrauchten Laptops über Facebook Marketplace oder einer Tasche auf Vinted fällt in diese Kategorie. Oft starten Einzelpersonen mit dem Verkauf auf Online-Marktplätzen und eröffnen später einen eigenen Onlineshop, um eine Marke aufzubauen und höhere Gewinne zu erzielen.
5. Consumer-to-Business (C2B)
Der Aufstieg der Creator Economy hat zu einem Wachstum von Consumer-to-Business (C2B)-Unternehmen geführt. Dieses Geschäftsmodell beschreibt, wenn eine Privatperson ihre eigenen Produkte, Dienstleistungen, Inhalte oder Nutzungsrechte an ein Unternehmen oder eine Organisation verkauft. Wenn du Influencer:in oder Fotograf:in werden und Fotos online verkaufen möchtest, nutzt du dieses Geschäftsmodell.
6. Business-to-Business-to-Consumer (B2B2C)
Beim B2B2C-Modell sind zwei Unternehmen auf dem Weg zur Endkundin bzw. zum Endkunden beteiligt. Ein Unternehmen stellt das Produkt oder die Dienstleistung bereit, ein anderes Unternehmen bietet Zugang zur Kundschaft, übernimmt Teile der Transaktion oder unterstützt beim Fulfillment.
Ein Beispiel ist ein:e Lebensmittelhändler:in, die oder der Produkte über eine Lieferplattform verkauft. Die bzw. der Händler:in stellt die Produkte bereit, während die Plattform Bestellung, Kundenzugang und Lieferung unterstützt.
7. Business-to-Government (B2G)
Business-to-Government (B2G) beschreibt Verkäufe von Unternehmen an Behörden, öffentliche Einrichtungen oder staatliche Organisationen. Solche Transaktionen laufen häufig über Vergabesysteme, Rahmenverträge oder zugelassene Beschaffungsplattformen.
Dieses Modell ist im klassischen E-Commerce weniger sichtbar, kann aber für Anbieter:innen von Bürobedarf, Software, Möbeln, Technik oder Dienstleistungen relevant sein.
Geschäftsmodelle im E-Commerce und Beispiele
Geschäftsmodelle können in verschiedenen Formen auftreten und unterschiedliche Herstellungs-, Verkaufs- und Versandmethoden umfassen. Hier sind einige Geschäftsmodelle, die du nutzen kannst, um dein Unternehmen zu starten oder weiterzuentwickeln.
1. Dropshipping
Dropshipping spricht Menschen an, die ihre Anfangskosten so gering wie möglich halten möchten und weniger auf hohe Gewinnmargen achten. Dieses Geschäftsmodell eignet sich auch hervorragend für Personen, die keinen Lagerbestand halten und verwalten möchten. Beim Dropshipping werden sowohl B2C-Geschäfte (wenn Kund:innen ein Produkt in deinem Shop kaufen) als auch B2B-Geschäfte (die Kosten, die du dem Dropshipper-Dienst für das Produkt und die Fulfillment-Dienste zahlst) abgewickelt.
Du kontrollierst dabei in der Regel den Shop, das Marketing und den Kundenservice. Dein:e Lieferant:in verwaltet Lagerbestand, Verpackung und Versand. Dadurch sinkt dein Startaufwand, aber du gibst auch Kontrolle über Lieferzeiten und Verfügbarkeit ab.
In diesem Video (auf Englisch) erklären wir dir noch einmal, wie Dropshipping funktioniert:
Vorteile von Dropshipping
- Geringe Einstiegskosten: Da du keinen Lagerbestand führst, entfallen die Lagerkosten – oft die größten Ausgaben für ein neues E-Commerce-Unternehmen.
- Geringes Risiko: Da du deinen Lagerbestand nicht im Voraus kaufst, gehst du nicht das Risiko ein, unverkäufliche Artikel zu lagern.
- Optimierte Verkaufsprozesse: Dropshipping-Anbieter:innen übernehmen das Kommissionieren, Verpacken und Versenden der Produkte für dich. Diese Option bietet Bequemlichkeit und Effizienz, sodass du dein Unternehmen von überall auf der Welt führen kannst.
Nachteile von Dropshipping
- Hohe Konkurrenz: Aufgrund der geringen Einstiegshürden gibt es viele Anbieter:innen, und es ist schwer, sich von der Masse abzuheben.
- Geringe Margen: Niedrige Margen erschweren den Wettbewerb um bezahlte Werbeflächen. Du musst dich stärker auf Inhalte, Service und andere Strategien verlassen, um erfolgreich zu sein. Zudem musst du große Mengen verkaufen, um einen ordentlichen Gewinn zu erzielen.
- Synchronisierung der Lagerbestände: Da du auf den Lagerbestand anderer angewiesen bist, kann es vorkommen, dass ein Produkt ausverkauft ist, wenn du eine Bestellung aufgibst. Diese Verzögerungen können sich negativ auf dein Geschäft auswirken.
Ein Erfolgsbeispiel im Dropshipping
Ontaria ist eine Dropshipping-Firma, die kanadische Möbel nach Europa verkauft. Gründer Markus Phillipp zog mit seiner Familie nach Kanada, wo er zunächst lange auf Jobsuche war. Als er nach zwei Jahren noch immer keine Stelle gefunden hatte, startete er Ontaria. Vor allem mit den sogenannten Adirondack Chairs, also nordamerikanische Gartenmöbel, hatte er Erfolg:
„Die Idee war, wenn ich mit irgendwas auf den Markt gehe, dann kann ich nicht mit etwas kommen, was schon zuhauf vorhanden ist, was ich kopiere. Ich habe versucht, was zu machen, was es auf dem Markt noch nicht gibt, wo ich eine Alleinstellung hatte.“
Markus Phillip, Gründer und Inhaber, Ontaria
Ressourcen:
- Dropshipping anfangen: Der ultimative Guide
- 150+ Dropshipping-Produkte für Profite (2026)
- Was ist Amazon-Dropshipping? So funktioniert es
2. Einzelhandel
Beim physischen Einzelhandel verkaufst du deine Produkte direkt vor Ort an Kund:innen im Rahmen eines B2C-Geschäftsmodells. Dies kann in einem traditionellen Ladengeschäft oder über temporäre Einzelhandelskonzepte wie Pop-up-Stores, Märkte und Veranstaltungen erfolgen.
Einzelhandel kann auch als B2B-Geschäftsmodell funktionieren. Großhandelsgeschäfte fallen in diese Kategorie, ebenso wie der Verkauf von Produkten an Unternehmen. Wenn du zum Beispiel Büromöbel verkaufst, ist dein Geschäft wahrscheinlich sowohl B2C als auch B2B ausgerichtet.
Viele Händler:innen kombinieren heute Ladengeschäft, Onlineshop und lokale Abholung. So kann stationärer Bestand auch Online-Bestellungen erfüllen.
Vorteile des Einzelhandels
- Starke Kundenbeziehungen aufbauen: Du hast die Möglichkeit, Kund:innen persönlich zu treffen, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.
- Umsätze steigern: Physischer Einzelhandel ermöglicht dir, Ladenkund:innen zu erreichen und gleichzeitig Online-Verkäufe auf deiner Website anzukurbeln.
- Keine Versandprobleme: Wenn du vor Ort verkaufst, musst du dich nicht um die Auftragsabwicklung kümmern – keine Versandkosten, weniger Verwaltungszeit und geringeres Risiko kostspieliger Rücksendungen.
Nachteile des Einzelhandels
- Hohe Fixkosten: Die Eröffnung eines physischen Einzelhandelsgeschäfts erfordert hohe Anfangsinvestitionen und laufende Betriebskosten.
- Weniger Flexibilität: Während ein Onlineshop dir die Möglichkeit bietet, Anpassungen schnell vorzunehmen, erfordert die Überarbeitung eines physischen Ladens erheblich mehr Aufwand.
- Mehr zu managen: Mit einem physischen Laden musst du zusätzlich viele weitere Aspekte im Auge behalten.
Ein Erfolgsbeispiel im Einzelhandel
Braun Büffel stellt seit 1887 Lederwaren in Deutschland her. Dabei setzte das Unternehmen lange Zeit ausschließlich auf den stationären Einzelhandel. Mit der Corona-Pandemie und den sich damit verändernden Umständen, entschloss Braun Büffel, einen Onlineshop zu eröffnen, der den Einzelhandelserfolg noch weiter begünstigte.
Ressourcen:
3. Produktion oder Herstellung
Die Herstellung eigener Produkte eignet sich für Menschen mit einer einzigartigen Idee oder einer Variation einer bestehenden Idee, sowohl im B2C- als auch im B2B-Geschäftsmodell. Es ist besonders passend für diejenigen, die den Markt für ihr Produkt bereits validiert haben.
Ein Produktionsmodell gibt dir Verantwortung dafür, wie ein Produkt entsteht. Die Produktion kann intern, über Auftragsfertiger:innen oder in Handarbeit erfolgen.
Private Label
Ein Private-Label-Produkt wird von einem Hersteller oder einer Herstellerin produziert und unter dem Namen des Unternehmens verkauft. Das Unternehmen kontrolliert alle Aspekte, einschließlich der Produktinhalte, der Verpackung und des Designs der Etiketten.
White Label
Ein White-Label-Produkt wird von einem Hersteller oder einer Herstellerin erstellt und an verschiedene Einzelhändler:innen verkauft, die es unter ihren eigenen Marken vertreiben.
Die Produktion umfasst auch Maker – Unternehmer:innen, die handgefertigte Produkte verkaufen. In diesem Fall übernimmst du die Produktion vollständig selbst. Das ermöglicht eine präzise Kontrolle über Qualität und Marke, bringt jedoch Einschränkungen bei Zeit und Skalierbarkeit mit sich.
Vorteile der eigenen Produktion oder Herstellung
- Niedrigste Kosten pro Einheit: Die Produktion bietet oft niedrige Stückkosten, was hohe Gewinnspannen ermöglichen kann.
- Mehr Kontrolle: Du kannst deine eigene Marke aufbauen, Preise festlegen und die Qualität des Endprodukts steuern.
- Agilität: Eigene Produkte zu erstellen, ermöglicht dir hohe Flexibilität bei Qualität, Funktionen und Produktentwicklung.
Nachteile der eigenen Produktion oder Herstellung
- Hohe Mindestbestellmengen: Die Anfangskosten für erste Bestellungen können sehr hoch sein.
- Risiken der Auslagerung: Externe Partner:innen können Verzögerungen, Qualitätsprobleme oder andere Risiken verursachen.
- Hohe Anfangsinvestitionen: Prototyping, Tests, Verfeinerungen und Produktion kosten Zeit und Geld.
- Zeitaufwändig: Je nach Produktwahl kann die Herstellung ein sehr zeitintensiver Prozess sein.
Ein Erfolgsbeispiel für Herstellung
BUCHHOLZBERLIN ist auf die Herstellung von Holzprodukten spezialisiert und fertigt alle Artikel von Hand. Zudem wird das Material individuell ausgewählt, sodass es sich bei jedem Produkt um ein absolutes Einzelstück handelt. Der perfekte USP.
Ressourcen:
4. Großhandel
Beim Großhandelsmodell verkaufst du Produkte in größeren Mengen an Einzelhändler:innen oder andere Unternehmen. Ein:e Wiederverkäufer:in kann Waren auch im Großhandel einkaufen und sie anschließend einzeln zu Einzelhandelspreisen weiterverkaufen.
Dieses Modell vermeidet oft eigene Produktentwicklung, erfordert aber Investitionen in Lagerbestand. Lieferbedingungen, Mindestbestellmengen und Preisregeln der Anbieter:innen bestimmen, wie flexibel du arbeiten kannst.
Vorteile des Großhandels
- Vorhandene Produkte: Du verkaufst Waren, die bereits am Markt verfügbar sind.
- Größere Bestellungen: Höhere Bestellmengen können den Wert einzelner Transaktionen steigern.
- Stabile B2B-Beziehungen: Wiederkehrende Geschäftskund:innen können planbare Umsätze schaffen.
Nachteile des Großhandels
- Kapitalbindung: Nicht verkaufte Waren binden Geld und Lagerfläche.
- Lieferantenregeln: Mindestbestellungen oder Preisvorgaben können deine Entscheidungen einschränken.
- Geringere Stückmargen: Großhandelspreise sind oft niedriger als Einzelhandelspreise.
5. Print-on-Demand
Print-on-Demand ist eine Methode, um Produkte auf Bestellung mit deinen Designs zu verkaufen. Dieses Modell ist besonders verbreitet im B2C-Bereich, eignet sich jedoch auch für B2B-Anwendungen wie Kundengeschenke. Du erstellst das Design, und sobald ein:e Kund:in ein Produkt bestellt, wird es von einem Drittanbieter bzw. einer Drittanbieterin gedruckt, verpackt und versendet.
Ähnlich wie beim Dropshipping senkt dieses Modell die Einstiegskosten in den Onlinehandel. Du zahlst erst für ein Produkt, wenn es verkauft wurde, wodurch die anfängliche Investition minimal bleibt. Der oder die Druckpartner:in übernimmt zudem die gesamte Abwicklung – vom Druck bis zum Versand.
Vorteile von Print-on-Demand
- Schnelle Produktkreation: Sobald dein Design fertig ist, kannst du das Produkt in wenigen Minuten in deinem Onlineshop anbieten.
- Automatisierter Versand: Der Versand und die Auftragsabwicklung werden vollständig von deinem Anbieter oder deiner Anbieterin übernommen.
- Geringe Anfangskosten: Da du keinen Lagerbestand führen musst, kannst du Produkte einfach hinzufügen oder entfernen und neue Ideen testen.
Nachteile von Print-on-Demand
- Eingeschränkte Versandkontrolle: Versandkosten, Lieferzeiten und Verpackung hängen stark vom Anbieter bzw. von der Anbieterin ab.
- Begrenzte Anpassungen: Die Möglichkeiten zur Individualisierung hängen von Anbieter:innen und Produkten ab.
Ein Erfolgsbeispiel für Print-on-Demand
Fanjoy ist ein Online-Marktplatz, der kuratierte Print-on-Demand-Produkte von Künstler:innen und Kreativen anbietet. CEO Chris Vaccarino gründete das Unternehmen 2014, nachdem er die Möglichkeiten durch den Merchandising-Verkauf während Touren mit der Band seines Bruders erkannt hatte.
Heute ist Fanjoy ein florierender Marktplatz, der Kreativen Werkzeuge zur Verfügung stellt, um erfolgreich zu sein, und Kund:innen bereitstellt, ihre Designs zu kaufen. Das Unternehmen hat mittlerweile über 3 Millionen Pakete verschickt.
Ressourcen:
6. Digitale Produkte
Ein digitales Produkt ist ein immaterieller Vermögenswert oder Medientyp, der online verkauft und distribuiert werden kann, ohne dass Lagerbestände aufgefüllt werden müssen. Diese Produkte kommen oft in Form von herunterladbaren, streambaren oder übertragbaren Dateien vor, wie z. B. MP3s, PDFs, Videos, Plug-ins und Vorlagen.
Die anfänglichen Kosten für die Erstellung eines digitalen Produkts können hoch sein, aber die variablen Kosten für den Verkauf sind vergleichsweise gering. Sobald du ein Produkt erstellt hast, ist es extrem günstig, es an Kund:innen zu liefern.
Vorteile digitaler Produkte
- Geringere Betriebskosten: Du benötigst weder Lagerbestand noch fallen Versandkosten an.
- Skalierbarkeit: Bestellungen können sofort ausgeliefert werden, wodurch du dich von der Abwicklung lösen kannst.
- Vielfältige Produktangebote: Du kannst Freemium-Modelle, Abonnements, Lizenzen oder Einmalkäufe anbieten.
Nachteile digitaler Produkte
- Hohe Konkurrenz: Menschen finden möglicherweise kostenlose Alternativen. Eine SWOT-Analyse der Konkurrenz kann helfen, einen Vorteil zu finden.
- Piraterie und Diebstahl: Du riskierst, dass deine Produkte gestohlen und von anderen wiederverwendet werden.
- Verkaufsbeschränkungen: Einige Plattformen erlauben nur den Verkauf physischer Produkte.
Ein Erfolgsbeispiel für digitale Produkte
Babbel ist ein digitaler Service für Sprachangebote mit Standorten in Berlin und New York. Der Service bedient sowohl B2C als auch B2B-Modelle. Letzteres funktioniert über einen vom Shopify Partner Latori entwickelten Onlineshop, der Zugriff für Geschäftskund:innen auf die Lernplattform bietet. Neben den Firmenzugängen hat das Unternehmen sein Angebot außerdem um Gutscheine erweitert, die sowohl in B2C als auch B2B sehr beliebt sind.
7. Direct-to-Consumer (D2C)
Das Direct-to-Consumer (D2C oder DTC)-Geschäftsmodell bedeutet, dass du Produkte direkt an Kund:innen verkaufst, ohne Großhändler:innen oder Drittanbieter:innen wie Amazon. Im Grunde ist es eine direkte Form von B2C.
Denke an einige der bekanntesten trendigen Marken: MyMuesli, HelloFresh oder Paper Republic. Was haben sie gemeinsam? Ein DTC-Geschäftsmodell. Selbst Marken wie Apple und Tesla setzen auf Mobile Commerce als wichtigen Kanal für DTC-Verkäufe.
Diese Marken machen das gesamte Einkaufserlebnis für Kund:innen einfacher. Gleichzeitig erhalten sie Zugriff auf Kunden- und Bestelldaten aus dem eigenen Shop.
Vorteile von D2C
- Eigene Kundenbeziehungen aufbauen: Direkter Verkauf ermöglicht es dir, mehr Beziehungen aufzubauen und den Kundenwert über die gesamte Lebensdauer zu erhöhen.
- Kundendaten sammeln: Bei D2C kannst du Erstpartei-Daten sammeln, die du zur Personalisierung von Kundenkommunikation und -erfahrungen nutzen kannst.
- Höhere Gewinne: Du musst keine Gewinne mit Drittanbieter:innen teilen.
- Schnelleres Feedback: Da du direkt mit Kund:innen kommunizieren kannst, kannst du einfach Feedback sammeln.
Nachteile von D2C
- Kosten der direkten Distribution: Es gibt keine geteilten Kosten für Versand oder Lagerung.
- Kein eingebautes Publikum: Als neue Marke musst du selbst Marketing betreiben und Kund:innen gewinnen.
Obwohl es Zeit und Geld erfordert, zuverlässige Vertriebskanäle aufzubauen, ist D2C ein kluges Geschäftsmodell, um eine loyale Kundschaft aufzubauen und die Rentabilität langfristig zu steigern.
Ein Erfolgsbeispiel für D2C
Handgefertigte Lederschuhe und „Made in Italy“ gehören zusammen. Verbraucher:innen, die diese Art von Schuhwerk tragen, haben traditionell den hohen Preis akzeptiert – dank einer Branche, die von Distributoren, Agent:innen, Wiederverkäufer:innen und Einzelhändler:innen dominiert wird.
Das änderte sich 2013, als Velasca, ein Mailänder Schuh-Start-up, die Branche revolutionieren wollte, indem es Verbraucher:innen direkt mit Schuhmacher:innen verband.
Velasca entstand aus einer spontanen Unterhaltung zwischen den Mitgründer:innen Enrico Casati und Jacopo Sebastio auf dem Rücksitz eines Taxis. Seitdem hat sich Velasca zu einer blühenden DTC-Marke entwickelt, die Hunderttausende von Schuhen in über 30 Ländern verkauft.
8. Abonnement
Ein Abonnement-Geschäftsmodell verlangt von Kund:innen eine wiederkehrende Gebühr – meist monatlich oder jährlich – für den Zugang zu einem Produkt oder einer Dienstleistung. Dieses Modell ermöglicht es Unternehmen, von langfristigen Kundenbeziehungen zu profitieren. Solange die Kund:innen den Mehrwert deines Angebots erkennen, werden sie weiterhin deine Gebühren zahlen.
Sieh dir dieses Video (auf Englisch) an, wenn du wissen willst, wie du ein Abo-Geschäft starten kannst:
Es spielt keine Rolle, ob du ein E-Commerce-Unternehmen oder Online-Bildungsanbieter:in bist – du kannst ein Abonnement-Geschäft in vielen Branchen starten, darunter:
- Streaming-Dienste
- Monatliche Abo-Boxen
- Mitgliedsgemeinschaften
- Lebensmitteldienste
Ein Modell mit wiederkehrenden Einnahmen kann zu höheren Umsätzen und stärkeren Kundenbeziehungen führen. Flexible Optionen wie Pausieren, Überspringen oder Reaktivieren können dabei helfen, Kündigungen zu reduzieren. Achte auf die rechtlichen Kündigungsbedingungen, wie etwa den Kündigungsbutton nach § 312k BGB.
Vorteile von Abonnements
- Vorhersehbare Einnahmen: Monatliche wiederkehrende Einnahmen helfen dir, Umsätze zu prognostizieren und Lagerbestände zu planen.
- Mehr Liquidität: Monatliche Zahlungen im Voraus bedeuten mehr Cashflow für dein Start-up.
- Loyale Kund:innen: Regelmäßige Einkäufe geben dir tiefere Einblicke in das Kundenverhalten.
- Einfacheres Cross- und Upselling: Je mehr Kund:innen deine Produkte nutzen, desto mehr Vertrauen baust du auf.
Nachteile von Abonnements
- Hohes Risiko von Kündigungen (Churn): Du musst kontinuierlich dafür sorgen, dass Kund:innen interessiert bleiben.
- Abwechslungsreiche Produkte erforderlich: Produkte werden langweilig, wenn sie sich nicht regelmäßig ändern.
- Kleine Probleme, große Auswirkungen: Fehler bei Abrechnung oder Fulfillment können viele Bestellungen gleichzeitig betreffen.
Ein Erfolgsbeispiel für Abos
Die Kaffeemarke Helisu (vormals als Roestkaffee bekannt) bietet Kaffeebohnen zum Einzelkauf oder im Abo aus der eigenen Rösterei in Oberasbach in Deutschland. Damit sichert das Unternehmen Wiederkäufe, und Kund:innen erhalten ihren Lieblingskaffee, ohne sich um den Einkauf kümmern zu müssen.
9. Fee-for-Service
Ein Fee-for-Service-Geschäft ist ein dienstleistungsbasiertes Geschäftsmodell, bei dem Anbieter:innen ihre Dienstleistungen verkaufen, anstatt Produkte anzubieten. Dieses Modell findet sich in allen Geschäftsformen wieder, einschließlich B2C, B2B, C2C oder C2B.
Die Bezahlung kann nach Arbeitszeit, Projektumfang oder festem Ergebnis erfolgen. Ein:e Berater:in, die Unternehmen betreut, arbeitet zum Beispiel im B2B-Modell. Ein Hundesalon für Privatkund:innen arbeitet eher im B2C-Modell.
Vorteile des Fee-for-Service-Modells
- Bezahlung für deine Zeit: Bei Fee-for-Service-Vereinbarungen wird deine Arbeitszeit meist direkt vergütet.
- Geringe Einstiegskosten: Dienstleistungen gehen oft mit geringen Start- und Betriebskosten einher.
- Flexible Preisgestaltung: Du kannst nach Zeit, Umfang, Ergebnis oder Paket abrechnen.
Nachteile des Fee-for-Service-Modells
- Begrenzte Skalierbarkeit: Da ein dienstleistungsbasiertes Geschäft deine Zeit erfordert, ist es schwierig, alleine zu skalieren.
- Rechtfertigung von Zeit und Preis: Bei Dienstleistungen kommt es häufiger zu Verhandlungen oder Gegenargumenten von Kund:innen.
Ein Erfolgsbeispiel für Fee-for-Service-Bereich
Tante-E-Gründer Adrian Piegsa kam über das Dropshipping zu Shopify. Schnell bemerkte er, dass er mit dem Bau von Shopify-Stores mehr Erfolg haben könnte und arbeitete später sogar mit Größen wie Bill Kaulitz von Tokio Hotel zusammen, um einen Onlineshop für das Label Magdeburg – Los Angeles aufzusetzen. Als Experte für Shopify-Stores gestaltet Adrian Piegsa Onlineshops gegen eine Gebühr.
Ressourcen:
10. Freemium
Ein Freemium-Geschäftsmodell bedeutet, dass ein Unternehmen sowohl eine kostenlose als auch eine kostenpflichtige Version seines Produkts oder seiner Dienstleistung anbietet. Dieses Modell wird typischerweise von B2C- oder B2B-Unternehmen genutzt. Häufig greifen Softwareunternehmen und Anbieter:innen von Software-as-a-Service (SaaS) auf diesen Ansatz zurück.
Das Freemium-Geschäftsmodell ermöglicht es Unternehmen, leicht Beziehungen zu neuen Kund:innen aufzubauen, da keine Kosten oder Verpflichtungen anfallen, um sich anzumelden und das Angebot auszuprobieren. Umsatz entsteht, wenn ein Teil der kostenlosen Nutzer:innen zu einem kostenpflichtigen Plan wechselt.
Vorteile des Freemium-Modells
- Einfachere Kundengewinnung: Da es kein Risiko gibt, dein Produkt oder deine Dienstleistung auszuprobieren, ist es relativ einfach, neue Kund:innen zu gewinnen.
- Mehr Möglichkeiten für Cross-Selling und Upselling: Selbst kostenlose Nutzer:innen liefern viele aufschlussreiche Daten.
Nachteile des Freemium-Modells
- Schwierige Konvertierung: Kostenlose Nutzer:innen wechseln möglicherweise nie in einen kostenpflichtigen Plan.
- Höheres Risiko von Kündigungen (Churn): Abonnements sind anfällig für hohe Kündigungsraten.
- Servicekosten: Auch kostenlose Accounts verursachen Hosting-, Support- oder Produktkosten.
Ein Erfolgsbeispiel für Freemium
Spotify ist eines der bekanntesten Freemium-Unternehmen. Der Musik-Streaming-Dienst arbeitet mit einem abonnementbasierten Geschäftsmodell. Nutzer:innen können sich für den kostenlosen – oder Freemium – Plan anmelden, der Werbung und eingeschränkte Funktionen enthält. Die kostenpflichtigen Pläne hingegen entfernen die Werbung und bieten zusätzliche Features wie Offline-Hören, unbegrenzte Song-Skips und erweiterte Playlists.
11. Affiliate
Ein Affiliate-Geschäftsmodell bedeutet, dass du eine Provision oder eine Empfehlungsgebühr erhältst, wenn du Kund:innen dazu bringst, bei deinem Affiliate-Partner oder deiner Affiliate-Partnerin einen Kauf zu tätigen. Affiliate-Marketing wird oft als C2C-Geschäftsmodell betrachtet, da Affiliates in der Regel Privatpersonen sind, die Produkte oder Dienstleistungen anderen Verbraucher:innen empfehlen. Es kann jedoch auch als C2B-Modell interpretiert werden.
Es gibt viele Möglichkeiten, Affiliates in ein Geschäftsmodell einzubinden. Deine Marke kann die Macht von Affiliate-Netzwerken nutzen, indem du eine Gruppe von Markenbotschafter:innen rekrutierst, die für dich werben.
Vorteile des Affiliate-Modells
- Potenzial für passives Einkommen: Als Marke hast du ein Netzwerk von Personen, die für dich werben. Als Affiliate kannst du Inhalte mit Affiliate-Links aufbauen.
- Chancen für Kooperationen: Als Affiliate kannst du mit einer Vielzahl von Marken zusammenarbeiten.
- Leistungsbasierte Vergütung: Unternehmen zahlen häufig erst, wenn eine messbare Aktion erfolgt.
Nachteile des Affiliate-Modells
- Geringe Gewinne: Affiliates erhalten oft nur einen Prozentsatz der Einnahmen.
- Erfordert ein Netzwerk: Die erfolgreichsten Affiliates haben bereits ein eigenes Publikum oder Netzwerk.
Ein Erfolgsbeispiel für Affiliates
QALO verkauft Verlobungs- und Eheringe aus Silikon über seine Shopify-Website. Um in den Anfangstagen bekannter zu werden, startete QALO ein Affiliate-Programm, das sich hauptsächlich auf Online-Communities konzentrierte. „Affiliate-Beziehungen mit Personen aufzubauen, die Organisationen oder eine Online-Gefolgschaft haben, macht die Sache viel einfacher, als Leute vor Ort zu haben, die versuchen, deine Produkte in ihrem Fitnessstudio oder anderswo zu verkaufen“, sagt Mitgründer KC Holiday.
Diese Affiliate-Beziehungen waren nach der Gründung im Jahr 2013 entscheidend für das Wachstum der Marke, und das Affiliate-Programm existiert auch heute noch.
Ressourcen:
12. Marktplatz
Ein Marktplatz ist eine Plattform, auf der Drittanbieter:innen und Käufer:innen miteinander handeln. Der Marktplatz besitzt die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen meist nicht selbst, sondern stellt Infrastruktur, Reichweite, Zahlungsabwicklung und Regeln bereit.
Umsatz entsteht häufig durch Provisionen, Einstellgebühren, Verkäufer:innen-Abos oder zusätzliche Services. Dieses Modell kann B2C, B2B oder C2C sein.
Vorteile des Marktplatzmodells
- Kein eigener Lagerbestand: Drittanbieter:innen stellen die Angebote bereit.
- Wachsende Auswahl: Mehr Verkäufer:innen können das Sortiment schnell erweitern.
Nachteile des Marktplatzmodells
- Zweiseitige Kundengewinnung: Du musst Käufer:innen und Verkäufer:innen gleichzeitig gewinnen.
- Qualitätskontrolle: Streitfälle, Bewertungen und Verkäufer:innenqualität müssen aktiv gemanagt werden.
13. Wiederverkauf
Beim Reselling- oder Wiederverkaufsmodell kaufst du Produkte ein und verkaufst sie zu einem höheren Preis weiter. Die Waren können neu, gebraucht, limitiert oder refurbished sein.
Der Gewinn hängt von der Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis ab. Plattformgebühren, Lagerung, Versand und Retouren reduzieren diese Marge.
Vorteile des Wiederverkaufs
- Keine Produktentwicklung: Du beschaffst bestehende Waren, statt eigene Produkte zu entwickeln.
- Flexible Kategorien: Dein Sortiment kann sich an Nachfrage, Trends und Verfügbarkeit anpassen.
Nachteile des Wiederverkaufs
- Unverkaufter Bestand: Waren können an Wert verlieren, bevor sie verkauft werden.
- Abhängigkeit von Quellen: Verfügbarkeit und Einkaufspreise hängen von externen Anbieter:innen ab.
14. Bundling
Beim Bundling bündelst du mehrere Produkte oder Dienstleistungen in einem Angebot. Das Bundle kann einen Gesamtpreis haben oder einen Rabatt im Vergleich zum Einzelkauf bieten.
Bundles können den durchschnittlichen Bestellwert erhöhen, weil Kund:innen mehrere Artikel in einer Transaktion kaufen. Gleichzeitig muss der Preis die Kosten aller enthaltenen Produkte decken.
Vorteile von Bundling
- Größere Bestellungen: Ein Kauf umfasst mehrere Produkte.
- Bessere Produktkombinationen: Ergänzende Artikel werden gemeinsam sichtbar.
Nachteile von Bundling
- Margendruck: Rabatte reduzieren den Umsatz pro Artikel.
- Abhängigkeit vom Lagerbestand: Ist ein Artikel nicht verfügbar, kann das ganze Bundle blockiert sein.
15. Razor Blade (und Reverse Razor Blade)
Die Razor-Blade-Strategie besteht darin, ein kostengünstiges Produkt anzubieten, das dann zusätzliche Produkte oder Verbrauchsmaterialien erfordert, die in Zukunft verwendet werden müssen. Diese Zusatzkäufe werden mit höheren Margen bepreist, während das ursprüngliche Produkt möglicherweise mit geringem Aufschlag verkauft wurde.
Dieses Modell wird von Rasierklingenunternehmen genutzt, daher der Name. Die Rasierklinge selbst ist zunächst günstig, aber Ersatzklingen sind deutlich teurer, was diesen Marken höhere Einnahmen verschafft.
Das Reverse-Modell kehrt die Strategie um: Der Erstkauf kann eine größere Investition darstellen, aber wiederkehrende Einnahmen werden durch ergänzende Produkte gesichert. Obwohl diese nicht mit hohen Margen verkauft werden, sorgen sie dafür, dass Kund:innen immer wieder zurückkommen, und geben dir die Möglichkeit, weiterhin an sie zu vermarkten.
Vorteile des Razor-Blade-Modells
- Führt zu wiederholten Käufen: Kund:innen werden fast zwangsläufig zu Wiederholungskäufer:innen.
- Kundendaten sammeln: Du hast mehr Kontaktpunkte mit Kund:innen und kannst bei jeder Bestellung wertvolle Erstparteidaten sammeln.
Nachteile des Razor-Blade-Modells
- Potenzial für Markenschädigung: Wenn Folgekäufe als zu teuer empfunden werden, kann das Vertrauen leiden.
- Anfälligkeit für Wettbewerb und Disruption: Wettbewerber:innen können erschwinglichere oder überlegene Produkte anbieten.
Ein Erfolgsbeispiel für das Razor-Blade-Modell
Katchy Bug ist ein hervorragendes Beispiel für einen Erfolg mit dem Reverse Razor-Blade-Modell. Das Unternehmen verkauft UV-Licht-Insektenfallen, die zu einem erschwinglichen Preis erhältlich sind. Um das Produkt zu nutzen, benötigen Kund:innen jedoch Klebeflächen, die in die Falle eingelegt werden und die Insekten einfangen. Diese Klebeflächen sind Einwegartikel und müssen je nach Anzahl der Insekten regelmäßig ersetzt werden. Dadurch generiert das Unternehmen wiederkehrende Einnahmen.
Die Marke kann diese Kund:innen auch ansprechen, wenn sie neue, verbesserte Versionen ihrer ursprünglichen Insektenfalle auf den Markt bringt.
16. Franchise
Ein Franchise ist ein Geschäftsmodell, bei dem Produkte und Dienstleistungen über Franchise-Nehmer:innen vertrieben werden. Im Wesentlichen erstellen Franchise-Geber:innen die Marke und das Produkt, und die Franchise-Nehmer:innen können in das Franchise investieren und unter dem gleichen Markendach ihr eigenes Geschäft starten.
Franchises sind typischerweise B2C-Geschäftsmodelle, da die Produkte und Dienstleistungen oft direkt an Verbraucher:innen verkauft werden. Einige Franchises arbeiten jedoch auch im B2B-Bereich. Die Beziehung zwischen Franchise-Geber:in und Franchise-Nehmer:in ähnelt zudem einem B2B-Modell.
Vorteile des Franchise-Modells
- Etabliertes Markenbewusstsein und Unterstützung: Du kannst von Markenbekanntheit und vorhandenen Ressourcen profitieren.
- Dein Geschäft bekannter machen: Als Franchise-Geber:in kannst du geografisch expandieren, ohne überall selbst präsent zu sein.
Nachteile des Franchise-Modells
- Begrenzte Flexibilität: Franchise-Nehmer:innen müssen sich an Vorgaben zu Branding, Preisgestaltung, Produktpräsentation und Kundenservice halten.
- Hohe Einstiegskosten: Viele Franchises verlangen Startinvestitionen oder Anmeldegebühren.
Ein Erfolgsbeispiel für Franchise
Die Marke für Sport- und Outdoor-Bekleidung Decathlon hat durch Franchising Erfolg gefunden. Das Unternehmen bezeichnet seine Franchise-Möglichkeiten als „Partnerschaften“. Dieses Geschäftsmodell hat es dem Unternehmen ermöglicht, seit der Eröffnung im Jahr 1976 zu expandieren.
17. Brokerage (Maklermodell)
Ein Maklermodell ist ein Geschäftsmodell, bei dem der Makler oder die Maklerin die Kund:innen mit dem Produkt- oder Dienstleistungsanbieter verbindet und dabei als Vermittler:in zwischen beiden fungiert. Dieses Modell findet sich häufig in B2C- und B2B-Geschäftsmodellen, wie z. B. bei Immobilien- oder Versicherungsagenturen, aber seltener im E-Commerce-Bereich.
Vorteile des Maklermodells
- Vereinfachung komplizierter Transaktionen: Makler:innen werden oft bei komplexen Transaktionen eingesetzt, da sie zusätzliche Dienstleistungen anbieten.
- Nutzung von Markenbewusstsein: Eine Zusammenarbeit mit einer bekannten Maklerfirma kann Vertrauen schaffen.
Nachteile des Maklermodells
- Unflexibilität: Die Arbeit unter einer Maklerfirma erfordert oft die Einhaltung deren Richtlinien und Verfahren.
- Gebühren und Provisionen: Makler:innen nehmen häufig einen Anteil am Transaktionswert.
Ein Erfolgsbeispiel für das Maklermodell
Die Oppenheim Group ist eine mittlerweile berühmte Immobilienmaklerfirma mit mehreren Büros und einem großen Team von Immobilienmakler:innen. Gegründet im Jahr 1889, hat die Firma im Laufe der Jahre viel Anerkennung erhalten und ist heute sogar durch Netflix-Serien bekannt.
Wie wähle ich ein E-Commerce-Geschäftsmodell aus?
Deine Geschäftsidee könnte zuerst kommen. In diesem Fall musst du ein Modell auswählen, das dazu passt. Oder vielleicht bist du an ein bestimmtes Geschäftsmodell gebunden und musst rückwärts arbeiten, um eine Gelegenheit zu finden, die zu diesem Modell passt.
Einige Unternehmen halten sich an ein einziges Geschäftsmodell, während andere eine Kombination von Modellen nutzen, um ihre Vision umzusetzen. Unabhängig von deinem Ansatz, hier ist, wie du starten kannst:
Vergleiche bei deiner Entscheidung vor allem diese Faktoren:
- Fulfillment-Modell: Wer lagert, verpackt und versendet jede Bestellung?
- Margenprofil: Wie viel bleibt nach Produktkosten, Fulfillment, Marketing und Plattformgebühren übrig?
- Eigentum an Kundendaten: Direkte Verkäufe geben dir mehr Daten, Marktplätze schränken den Zugriff oft ein.
- Startkosten: Produktion und Großhandel benötigen häufig mehr Kapital als Dienstleistungen oder Dropshipping.
- Täglicher Betrieb: Jedes Modell bringt andere Aufgaben mit sich – von Lieferantenkoordination bis Kundenservice.
- Risiko: Prüfe, wo du Geld verlieren könntest, etwa durch unverkauften Lagerbestand oder hohe Akquisekosten.
Verstehe deine Zielgruppe
Zu wissen, an wen du verkaufen möchtest, ist ein wichtiger erster Schritt der Marktforschung. Dies zeigt dir, ob es genügend Menschen gibt, die bereit sind, dein Produkt zu kaufen, und validiert die Marktnachfrage.
Definiere, ob deine Käufer:innen Verbraucher:innen, Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen sind. Ein Unternehmen, das Ware in großen Mengen einkauft, hat andere Anforderungen an Preise, Zahlungsziele und Bestellprozesse als eine Einzelperson, die einmalig kauft.
Über das Verständnis der Größe deiner Zielgruppe hinaus solltest du auch ihren Hintergrund und ihr Verhalten analysieren, um zu verstehen, was ihr Kaufverhalten motiviert. Diese Informationen kannst du später nutzen, um Strategien für Preisgestaltung, Produktentwicklung, Marketing und Werbung zu entwickeln.
Ressourcen:
- Wie du die Marktnachfrage bestimmst
- Was ist Marktforschung?
- Was ist eine Online-Wettbewerbsanalyse? (Leitfaden und Tipps)
Identifiziere das Problem, das du löst
Sobald du deine Zielgruppe kennst, solltest du ein gutes Verständnis ihrer Wünsche und Bedürfnisse haben. Gehe einen Schritt weiter und analysiere das spezifische Problem, das du löst. Wenn du zum Beispiel Schmuck verkaufst, könntest du das Problem deiner Kund:innen lösen, hochwertige Ohrringe zu einem erschwinglichen Preis zu finden oder Armbänder anzubieten, die im Wasser nicht kaputtgehen.
Das Geschäftsmodell muss zum wichtigsten Kaufgrund deiner Kund:innen passen. Wenn dein Wertversprechen etwa schnelle Lieferung ist, brauchst du mehr Kontrolle über Lagerbestand und Fulfillment. Dropshipping gibt einen Teil dieser Kontrolle an Lieferant:innen ab.
Wenn du das Problem kennst, das du löst, kannst du den Wert verstehen, den du den Menschen bietest. Dies hilft dir, ein Wertversprechen zu entwickeln, das dich von der Konkurrenz abhebt und gleichzeitig deiner ursprünglichen Vision treu bleibt.
Ressourcen:
Ziehe mehr als ein Modell in Betracht
Viele Händler:innen nutzen mehrere Geschäftsmodelle gleichzeitig. Eine Marke kann zum Beispiel D2C über die eigene Website verkaufen und zusätzlich Großhandel für Einzelhändler:innen anbieten.
D2C-Verkäufe liefern dir Kunden- und Bestelldaten aus deinem eigenen Shop. Großhandel kann größere Bestellungen und zusätzliche Vertriebskanäle bringen. Eine Kombination kann außerdem die Abhängigkeit von einem einzigen Verkaufskanal reduzieren.
Beachte, dass jedes E-Commerce-Geschäftsmodell ganz eigene rechtliche Vorschriften mit sich bringt. Informiere dich also über Dinge wie Widerrufsrecht, Rahmenbedingungen zur Vertragskündigung von Abos, Preisangaben in netto oder brutto sowie Zoll- und Einfuhrbestimmungen, Verpackungsgesetze und mehr.
Erstelle einen Businessplan
Das Schreiben eines Businessplans bedeutet, eine Blaupause für dein Unternehmen zu erstellen. Dein Businessplan legt fest, welches Geschäftsmodell du verwenden wirst, wer deine Kund:innen sein werden, woher du die Mittel für den Start bekommst, wie die Abläufe im Hintergrund funktionieren und wie du dein Unternehmen bewerben und wachsen lassen möchtest. Ein Businessplan hilft dir dabei, Rentabilität sicherzustellen, indem er Ausgaben, Preisgestaltung und andere Herausforderungen berücksichtigt.
Nutze deinen Businessplan auch, um das Modell zu testen, bevor du Kapital bindest. Schätze Umsatz und Kosten für das erste Jahr und rechne anschließend mit niedrigeren Verkäufen oder höheren Fulfillment-Kosten nach. So erkennst du früher, ob dein Modell belastbar ist.
Während dieses Prozesses könntest du feststellen, dass mehrere Geschäftsmodelle zu deiner Vision passen. Das ist in Ordnung – du musst dich nicht strikt an eine Kategorie halten. Du kannst mit mehreren Geschäftsmodellen innerhalb desselben Unternehmens arbeiten. Zum Beispiel kannst du Kleidung in einem B2C-Einzelhandelsgeschäft oder über deine Website verkaufen, aber gleichzeitig Großbestellungen an andere Einzelhandelsgeschäfte mit deinem B2B-Großhandelsmodell abwickeln. Die Nutzung verschiedener Geschäftsmodelle ist manchmal der beste Weg, um deine Ziele zu erreichen.
Ressourcen:
Finde dein erfolgreiches Geschäftsmodell
Die meisten Produkte lassen sich in eines dieser grundlegenden Geschäftsmodelle einordnen. Abhängig von deinem Produkt oder deiner Nische hast du möglicherweise keine Wahl, welches E-Commerce-Geschäftsmodell du wählst.
Viel hängt von der Art des Produkts ab, das du verkaufen möchtest. Einige Produkte fallen automatisch in bestimmte Kategorien. Das Modell, das du letztendlich wählst, wird jedoch dein gesamtes Geschäftsmodell und deinen Businessplan maßgeblich prägen und beeinflussen.
Nutze die oben genannten Geschäftsmodelle als Sprungbrett, auf das du dich verlassen kannst. Entwickle dann kontinuierlich neue Wege, um deinen Kund:innen Mehrwert zu bieten. Schon bald wirst du die positiven Auswirkungen eines guten Geschäftsmodells erkennen, häufige Geschäftsfehler vermeiden und deinen Weg ins Unternehmertum erfolgreich starten.
Häufig gestellte Fragen zu E-Commerce-Geschäftsmodellen
Was sind die Haupttypen von Geschäftsmodellen?
Die vier klassischen Haupttypen von Geschäftsmodellen sind: Business-to-Consumer (B2C), Business-to-Business (B2B), Consumer-to-Business (C2B) und Consumer-to-Consumer (C2C). Im E-Commerce werden außerdem häufig D2C, B2B2C und B2G unterschieden.
Was sind die sieben Arten von E-Commerce?
Die sieben Arten von E-Commerce sind:
- B2C: Unternehmen verkaufen an einzelne Verbraucher:innen.
- D2C: Marken verkaufen direkt an Endkund:innen.
- B2B: Unternehmen verkaufen an andere Unternehmen.
- C2C: Verbraucher:innen verkaufen an andere Verbraucher:innen.
- C2B: Einzelpersonen verkaufen Arbeit, Inhalte oder Rechte an Unternehmen.
- B2B2C: Ein Unternehmen erreicht Verbraucher:innen über ein anderes Unternehmen.
- B2G: Unternehmen verkaufen an Behörden oder öffentliche Einrichtungen.
Wie kannst du ein Geschäftsmodell erstellen?
Du kannst ein Geschäftsmodell entwickeln, indem du einen Businessplan schreibst. Dein Businessplan hilft dir dabei, zu bestimmen, welches Geschäftsmodell am besten zu dir passt. Prüfe dabei Zielgruppe, Produkt, Fulfillment, Kosten, Margen, Kundendaten und Risiken.
Was ist ein Lean-Business-Modell?
Ein Lean-Business-Modell ist ein Ansatz, der Agilität und Anpassungsfähigkeit ermöglicht, sodass ein Unternehmen bei Bedarf schnell reagieren kann. Ziel ist es, das Unternehmen mit möglichst wenig Kapital oder Lagerbestand zu betreiben, ohne dabei Engpässe zu riskieren.
Was ist der Zweck von Geschäftsmodellen?
Der Zweck von Geschäftsmodellen besteht darin, zu definieren, wie Handel abläuft und Geld ausgetauscht wird, wer an jeder Transaktion beteiligt ist und wie das Unternehmen Einnahmen generiert.
Was ist der Unterschied zwischen B2C und D2C?
B2C ist die breite Kategorie, bei der ein Unternehmen an Endkund:innen verkauft. Das kann über eigene Kanäle, Händler:innen oder Marktplätze geschehen. D2C ist eine Unterform von B2C: Die Marke verkauft direkt an Kund:innen, meist über den eigenen Onlineshop.
Welches E-Commerce-Geschäftsmodell ist am profitabelsten?
Das profitabelste Modell hängt von Margen, Betriebskosten, Kundenakquise und Skalierung ab. D2C und digitale Produkte können hohe Margen bieten, während Marktplätze oder Großhandel schneller skalieren können, aber oft niedrigere Margen haben.












